Ebensfeld

Für die Schleiereulen im Landkreis brechen düstere Zeiten an

von unserem Mitarbeiter Josef Schröder Oberau — In einer Scheune der Familie Benedicta und Hubertus von Dungern wurde ein spezieller Schleiereulenkasten in der Nähe des Schlosses a...
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Junge Schleiereulen, die in einem speziellen Brutkasten aufgewachsen sind  Foto: privat
Junge Schleiereulen, die in einem speziellen Brutkasten aufgewachsen sind Foto: privat
von unserem Mitarbeiter Josef Schröder

Oberau — In einer Scheune der Familie Benedicta und Hubertus von Dungern wurde ein spezieller Schleiereulenkasten in der Nähe des Schlosses angebracht. Initiatoren waren die Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), Kreisgruppe Lichtenfels, Marion Damm, und der Eulenbeauftragte Jan Ebert.
Den Vogelschützern im Landkreis liegt der Schutz der Schleiereule besonders am Herzen. Sie gehört bei uns zu den hoch bedrohten Vogelarten. Einige Zeit sei sie schon fast verschwunden gewesen, betont Marion Damm. Schuld daran sei nicht nur, dass die Schleiereulen an einem chronischen Brutplatzmangel leiden würden. Oft würden sämtliche Ritzen und andere Einschlupfmöglichkeiten in Kirchtürmen, Häusern und Scheunen geschlossen.

Nur noch wenige Brutpaare

Jan Ebert berichtet dazu, dass der Bestandstrend in Deutschland laut "Monitoring Greifvögel und Eulen Europas" seit 2009 deutlich rückläufig ist. Auch im Landkreis Lichtenfels gebe es nur wenige Brutpaare. Die Gründe seien die Intensivierung der Landwirtschaft sowie der rasant anwachsende Anbau von Energiepflanzen wie Mais und der Umbruch von Grünland und zu schnelles Bearbeiten von Stoppelfeldern. "Die Folge ist Nahrungsverknappung durch geringe Feldmauspopulationen und gleichzeitig schlechte Erreichbarkeit der Nahrung durch zu hohe Vegetation." Das Anbringen von Nistkästen allein reiche daher nicht mehr aus. "Es ist davon auszugehen, dass die Schleiereule in absehbarer Zeit wieder auf der Roten Liste landet", sagt Jan Ebert.
Optimale Bedingungen für die Schleiereule seien genügend Ruhe- und Brutplätze, reichliches Vorhandensein und gute Erreichbarkeit der Nahrung in möglichst geringer Entfernung zum Brutplatz sowie möglichst dauerhaft kurze Vegetation. Dazu offene landwirtschaftliche Gebäude, die die Schleiereule auch im Winter zur Mäusejagd und als Tageseinstand nutzen kann.
Marion Damm appelliert an alle Landwirte, die Scheunen auch im Winter den Schleiereulen zugänglich zu machen. Hier könnten die Tiere selbst bei einer geschlossenen Schneedecke noch Mäuse erbeuten. Ein kleines Loch von circa 20 mal 20 Zentimeter in der Scheunenwand, ein offenes Fensterchen und ein nicht ganz geschlossenes Scheunentor würden bereits ausreichen, um die Schleiereulen durch den Winter zu bringen. Durch etwas liegen- gelassenes Stroh würden sich die Mäuse bei Dunkelheit durch Rascheln leichter verraten.
Die Kreisgruppe hat seit 1994 über 100 spezielle Nistkästen für diese Vogelart aufgestellt. Sie wurden hoch in den Giebeln von Scheunen angebracht. Bei Fragen können Interessierte Kontakt mit Jan Ebert unter Tel. 09571/73 93 46 aufnehmen.

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