Kulmbach

Für des Königs Champagner

Armeemuseum  Die Objekte des Monats auf der Plassenburg sind eine Karaffe und Tafelgläser aus der Hofkellerei Friedrichs II.
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Das Gemälde von Adolph von Menzel zeigt "König Friedrichs II. Tafelrunde in Sanssouci". Foto: Archiv
Das Gemälde von Adolph von Menzel zeigt "König Friedrichs II. Tafelrunde in Sanssouci". Foto: Archiv
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Kulmbach — Welcher Friedrich-Fan kennt nicht das berühmte Gemälde "König Friedrichs II. Tafelrunde in Sanssouci" von Adolph von Menzel? Obwohl erst im 19. Jahrhundert entstanden, gibt es eine ungefähre Vorstellung, wie der König im intimen Kreis seiner Freunde - Frauen waren ausgeschlossen - gefeiert hat. Auch wenn Friedrich nicht übermäßig Alkohol trank, so wurde doch genügend Wein und Champagner für die Anwesenden serviert. Die Stücke stammten aus der königlichen Hofkellerei. Sie gehörten auch zum Inhalt jener 55 Eisenbahnwaggons, welche die persönliche Hinterlassenschaft des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. nach seiner Abdankung 1918 von Berlin in das Haus Doorn nach Holland brachten.
Als Oberhaupt des Hauses Hohenzollern hatte man ihm diese Relikte aus Preußens großer Vergangenheit im holländischen Exil zugebilligt. Erfreulicherweise hat sich ein ganz kleiner Teil dieses Services dem Transport entzogen und wurde im Berliner Kunsthandel in den 1990er-Jahren angeboten. Auf Umwegen gelangte er ins Kulmbacher Armeemuseum.
Das Ensemble, bestehend aus Weinkaraffe, Weinglas und Wasserglas, wurde zwischen 1770 und 1780 in der Zechliner Glasmanufaktur in der Mark Brandenburg hergestellt. Die dortige Produktion erreichte nicht die Qualität der böhmischen und schlesischen Gläser. Wegen des hohen Alkalianteils traten immer wieder die typischen Symp tome der Glaskrankheit auf: Haarrisse, Auschwitzungen und der säuerliche Geruch. Allerdings rundwegs gelobt wurde damals schon die hervorragende Zechliner Vergoldung. Das zeigt sich auch an den ausgestellten Stücken im Armeemuseum.
Ein Kuriosum am Rande: Kaiser Wilhelms Karaffe im Haus Doorn litt unter dem fehlenden Stöpsel. Der Besucher in Kulmbach kann die komplette Karaffe bewundern! red

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