Steinsfeld

Friedhof bekam ein neues Gesicht

Diskussion  Der Gottesacker stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung im Wonfurter Gemeindeteil Steinsfeld. Teilweise gab es Kritik an den Neuerungen. Die Befürworter verteidigten die Neugestaltung mit dem einheitlicheren Bild der Anlage.
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Bei der Neugestaltung des oberen Teils im Friedhof in Steinsfeld wurden auch Möglichkeiten für Urnengräber geschaffen. Das Thema Friedhof stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung im Steinsfelder Sportheim.  Foto: Ulrike Langer
Bei der Neugestaltung des oberen Teils im Friedhof in Steinsfeld wurden auch Möglichkeiten für Urnengräber geschaffen. Das Thema Friedhof stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung im Steinsfelder Sportheim. Foto: Ulrike Langer
von unserer Mitarbeiterin Ulrike Langer

Steinsfeld — Das Interesse der Steinsfelder an der Bürgerversammlung war groß. Immerhin waren 36 der 296 mit Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohner ins Sportheim der Sportfreunde Steinsfeld gekommen, um mit Bürgermeister Holger Baunacher (JL) verschiedene Anliegen zu diskutieren.
Ein wichtiges Thema war die Neugestaltung im Friedhof, bei der die Möglichkeit zur Urnenbestattung geschaffen, die Gräber verkleinert und Metallrahmen als Einfassung für die Grabbepflanzung eingelassen wurden. Norbert Englert monierte, dass die Metallrahmen schnell rosteten und ein "sauberes" Mähen durch den Bauhof behinderten. "Jetzt müssen die Grabbesitzer die Ränder mit der Hand schneiden", klagte er. Auch dass er die Pflastersteine um das Grab seiner Familie wieder habe entfernen müssen, gefiel ihm nicht.
Der Bürgermeister betonte, dass sich das Gremium aus Gemeinderat, Kirchengemeinde sowie dem Ex-Gartenfachberater Heinz Müller sehr viele Gedanken gemacht habe. Ziel sei es gewesen, ein einheitliches Bild zu schaffen. Da es bei Erdbestattungen immer Setzungen gebe, solle kein Pflaster verwendet werden. Auch die Wege seien bewusst nicht befestigt worden.
Martina Englert fragte allerdings: "Wieso können unsere Gemeindearbeiter nicht ordentlich mähen? In Sand funktioniert das doch auch!" Baunacher erwiderte, dass Sand nur einen Friedhof betreuen müsse, die Gemeinde Wonfurt hingegen drei Friedhöfe. Auch könne man sich nicht mehr als drei fest angestellte Mitarbeiter leisten und greife auf Beschäftigte in Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) zurück, die es vielleicht nicht immer so genau nähmen.
Gerd Schweinitzer ergänzte: "Wir sollten nicht nur immer auf den Bauhof schimpfen. Jedem Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann." Auch Gemeinderat Wolfgang Thein wollte das Thema "nicht so hoch aufhängen". Je näher der Rasenmäher an die Metalleinfassungen fahre, desto eher könnten auch Beschädigungen auftreten. "Den Rand mit der Hand zu schneiden, kostet höchstens drei Minuten Zeit. Die sollte ein Grabbesitzer doch haben", meinte er.
Baunacher gab an, dass der zweite Teil der Friedhofsneugestaltung mit den Sanierungsarbeiten an der Kirche zum 300. Kirchenjubiläum im Jahr 2022 Hand in Hand gehen werde. Er selbst finde die Neugestaltung im oberen Teil des Friedhofes sehr gelungen und habe auch schon ein positives Feedback erhalten. Den Wunsch von Erich Öchsner, am Kreuz im Friedhof Tafeln mit Namen der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege aufzustellen, könne man gerne erfüllen, sagte er. Zumal, wie Wolfgang Thein mitteilte, bereits ein Konzept erstellt worden sei und ein Bürger die Tafeln mit den Namen zum Selbstkostenpreis herstellen würde. Ob das Kreuz jedoch an seinem jetzigen Standort bleibe oder versetzt werde, stehe noch nicht fest.
Wolfgang Thein wünscht, dass die Leitplanken an der Brücke auf der Staatsstraße zurückgesetzt werden, damit dort ein Fußweg entstehen kann. Baunacher teilte mit, dass es schon einen Ortstermin mit dem Staatlichen Bauamt gegeben habe. Es wäre kein Problem, den Übergang über die Brücke zu schaffen, aber schwierig, den Graben hinter der Brücke aufzufüllen. Das Thema werde aber weiter geprüft, sagte er.


Zur Lage der Gemeinde

Die Steinsfelder Bürgerversammlung nutzte Bürgermeister Holger Baunacher, um die Anwesenden über die aktuelle Situation der Gemeinde zu informieren. Die Zahl der Einwohner in der Gemeinde gab er mit derzeit 1995 Personen an.
Wie er mitteilte, werde der Glasfaser-Breitbandausbau in Steinsfeld derzeit durch die Telekom eigenwirtschaftlich erledigt. Bis Anfang 2016 sollte jeder Bürger einen Anschluss von mindestens 30mBit/sec erhalten. Die Ausschreibungen für die Sanierung der sanitären Anlagen in der alten Schule in Steinsfeld liefen bereits.
Die Frage von Gerd Schweinitzer, wieso in Stettfeld die Müllgebühren niedriger seien als in Wonfurt, konnte Baunacher so nicht beantworten. Er teilte aber mit, dass die Kosten, die der Landkreis für die Mülldeponie und Müllverbrennung verlange, gestiegen seien. Noch könne die Gemeinde Wonfurt Überschüsse an die Bürger zurückzahlen; daher betreibe man die Abfallwirtschaft weiterhin selbst.
Zur Beteiligung am Windpark Sailershausen mit 50 000 Euro erläuterte er auf die Frage von Alfred Hau: "Es ist zwar nicht unsere originäre Aufgabe. Aber wir wollten bei der Energiewende mit gutem Beispiel vorangehen und wir mussten dafür keinen Kredit aufnehmen. Darüber hinaus bemühen wir uns auch, Energie einzusparen."

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