Coburg

Frauen starten beruflich noch mal neu durch

Betreuungskräfte sind für die Menschen da, hören zu, gehen auf sie ein. Wie wichtig das als Ergänzung zur Pflege gerade Hochbetagter und Demenzkranker ist, ...
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Andrea Zugwurst (Zweite von links), Diane Günther (Dritte von links) und Steffi Wilkes (rechts) haben sich mit der VHS-Qualifizierung fit für neue Aufgaben gemacht. VHS-Koordinatorin Martina Krejci (links) und Dozentin Alexandra Hofmann unterstützen sie dabei.  Foto: Hegner/vhs
Andrea Zugwurst (Zweite von links), Diane Günther (Dritte von links) und Steffi Wilkes (rechts) haben sich mit der VHS-Qualifizierung fit für neue Aufgaben gemacht. VHS-Koordinatorin Martina Krejci (links) und Dozentin Alexandra Hofmann unterstützen sie dabei. Foto: Hegner/vhs
Betreuungskräfte sind für die Menschen da, hören zu, gehen auf sie ein. Wie wichtig das als Ergänzung zur Pflege gerade Hochbetagter und Demenzkranker ist, können die Absolventen des Lehrgangs "Betreuungskraft Demenz" an der Coburger Volkshochschule aus eigener Erfahrung berichten: "Eine gute körperliche Versorgung älterer und demenzkranker Menschen ist natürlich wichtig, aber die seelische und psychische darf nicht auf der Strecke bleiben", sagt Steffi Wilkes.
Davon konnte sie sich während ihres Praktikums in einer Coburger Senioreneinrichtung selbst überzeugen. "Gerade bei Menschen mit Demenz ist es unglaublich wichtig, noch vorhandene geistige Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern, sie rauszuholen aus der Apathie, ihnen zu zeigen, dass sie noch wichtig sind, dass das Leben noch lebenswert ist", betonte die Coburgerin.
Sie ist eine von 19 erfolgreichen Absolventen der zweimonatigen Qualifizierung zur "Betreuungskraft Demenz" an der Volkshochschule. Gegenstand des Unterrichts sind hier neben den Symptomen der Demenz und weiterer Krankheitsbilder auch Zugangsmöglichkeiten zu Menschen mit Demenz, Förderung von Mobilität, Wohnformen, Tagesgestaltung, Umgang mit Angehörigen, rechtliche Fragen, Krisenintervention oder Ernährung. "Der Kurs war sehr informativ, tiefgründig und sehr gut gemacht - in dieser relativ kurzen Zeit haben wir viel Wissen vermittelt bekommen", sagt Wilkes. "Damit kann man mit alten Menschen ganz anders umgehen." Ihre Kurskollegin Andrea Zugwurst stimmt ihr zu: "Sämtliche Berührungsängste zu alten Menschen, die ich vorher hatte, sind komplett abgebaut worden."
Beide Frauen sind Quereinsteigerinnen im sozialen Bereich. Wilkes war zuvor selbständig in der Gastronomie tätig, Zugwurst im Verkauf. "Die Gastronomie ist körperlich sehr belastend und lässt kaum Zeit für etwas anderes. Deshalb wollte ich einen Neuanfang", erzählt Wilkes. "Und ich habe einfach gemerkt, dass ich lieber etwas Soziales machen möchte", so Zugwurst. Für beide war die Qualifizierungsmaßnahme der VJS, auf die sie über die Beratung der Arbeitsagentur aufmerksam wurde, der Einstieg in einen ganz neuen beruflichen Bereich.
"Das Lächeln, die Dankbarkeit, die man von den Menschen bekommt, ist mit nichts zu vergleichen", sagt Zugwurst. "Man kann die Menschen glücklich machen, einfach indem man da ist. Und man erfährt viel Wertschätzung", ergänzt Wilkes.
Auch beruflich haben sich für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vielversprechende neue Perspektiven eröffnet. Die Scheuerfelderin Diane Günther etwa, früher Tagesmutter, hat bereits die Zusage für eine Stelle als Betreuungskraft in der Tasche - im Seniorenheim St. Josef, in dem sie ihr Praktikum absolviert hat. "Ich bin sehr froh, mich für diesen Kurs entschieden zu haben."
Wer Interesse an der Qualifizierungsmaßnahme hat, kann sich an Martina Krejci bei der VHS unter der Telefonnummer 09561/882535 wenden. Hegner

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