Ebrach

Forstexperte wirbt für Nationalpark

Ebrach — "Nationalparks müssen den naturnahen Wirtschaftswald ergänzen, um einen umfassenden Schutz heimatlicher Wälder für die nachfolgenden Generationen zu gewährleisten": Das is...
Artikel drucken Artikel einbetten
Ebrach — "Nationalparks müssen den naturnahen Wirtschaftswald ergänzen, um einen umfassenden Schutz heimatlicher Wälder für die nachfolgenden Generationen zu gewährleisten": Das ist die Botschaft von Karl-Friedrich Sinner. Der frühere Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald referierte in Ebrach über das Modell des Nationalparks. Sinner war lange als Forstmann aktiv und leitete den Waldumbau im Nürnberger Reichswald. Gegen Ende seines Berufslebens widmete er sich als Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald ganz dem Waldnaturschutz.
In seinem Vortrag ging Sinner auf Gerüchte ein, die in der Steigerwaldregion über den Nationalpark Bayerischer Wald im Umlauf sind. Sinner führte eine Studie der Universität Wien an, die eine hohe Zufriedenheit der Besucher und der Einheimischen mit dem Nationalpark Bayerischer Wald belege. "Alle Bürgermeister der Region, auch Frau Menigat, stehen voll hinter ihrem Nationalpark. Die Bürger haben einfach gemerkt, dass sie stark davon profitieren", so Sinner.
Buchenwälder gebe es weltweit nur in Europa, ein Viertel des natürlichen Verbreitungsgebiets liege in Deutschland, erklärte der Forstexperte. Doch von den ursprünglichen Buchenwäldern seien deutschlandweit nur noch sieben Prozent vorhanden. "Was würden wir für einen Aufstand machen, wenn tropische Regenwälder nur noch sieben Prozent einnehmen würden?", gab Sinner zu bedenken. "Wir würden dies für unverantwortlich halten." Ein international besonders wertvolles Buchenwaldgebiet - so der ehemalige Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald - liegt im Nordsteigerwald. Hier bestehe die einzigartige Chance, "wunderschöne Waldwildnis im Staatswald für Kinder und Kindeskinder zu sichern".
Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) erklärte, er sei stolz auf die Vorreiterrolle des Ebracher Forstbetriebs, er sehe jedoch auch dessen Grenzen in puncto Regionalentwicklung. Schneider forderte in seinem Grußwort, das sogenannte Trittsteinkonzept ins Bayerische Naturschutzgesetz aufzunehmen und für alle Forstbetriebe verbindlich zu machen.
Karl-Friedrich Sinner warb für den hohen Erholungsfaktor, den ein "wilder" Wald habe: Der Nordsteigerwald habe dafür ein großes Potenzial, attestierte der Forstexperte. red

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.