Lichtenfels

Flechthandwerk schafft es vorerst nicht auf die Liste der Unesco

Lichtenfels — Das Flechthandwerk hat es vorerst nicht auf die deutsche Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco geschafft. Das hat die Kultusministerkonferenz nach einer Tagu...
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Lichtenfels — Das Flechthandwerk hat es vorerst nicht auf die deutsche Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco geschafft. Das hat die Kultusministerkonferenz nach einer Tagung mitgeteilt. Thomas Backof, Obermeister des Bayerischen Flechthandwerks mit Sitz in Lichtenfels, betonte, dass noch Chancen bestünden. 31 Bewerber seien noch im Rennen, 22 davon noch im Verfahren. Neun Anträge liegen für ein Register "Guter Praxisbeispiele" vor. 34 Vorschläge wurden nicht zur Aufnahme ins bundesweite Verzeichnis empfohlen. Backof zeigte sich optimistisch, dass das Flechthandwerk doch noch Kulturerbe wird. Deutschland wird seine erste Nominierung bei der Unesco im März 2015 einreichen, wie die deutsche Kommission auf ihrer Internetseite schreibt. Die Aufnahme der Genossenschaftsidee würde der internationalen Vielfalt des immateriellen Kulturerbes eine neue Facette hinzufügen. Bislang ist eine solche Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation auf den Unesco-Listen nicht vertreten. Die Genossenschaftsidee wurde gemeinsam von Gruppen aus Rheinland-Pfalz und Sachsen vorgeschlagen und mit Empfehlungen beider Länder weitergeleitet. Insgesamt waren 83 Traditionen und Wissensformen nach einer Auswertung durch die Bundesländer in der engeren Wahl. Zu den ersten Aufnahmen in Deutschland gehören auch regionale Bräuche wie die Lindenkirchweih in Limmersdorf (Landkreis Kulmbach), die seit dem Jahr 1729 nachgewiesen ist, das friesische Biikebrennen und der rheinische Karneval. Das Korbmacherhandwerk hat in Lichtenfels eine lange Tradition und war ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum des Korbhandels. pr/pb
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