LKR Haßberge

Filme ja, aber ohne großes Tamtam

Filme  Faszination Oscarverleihung? Nicht ganz. Politiker aus dem Landkreis erklären, warum sie gerne Filme schauen, dafür aber keine Show benötigen.
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Stefan Paulus
Stefan Paulus
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von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Lösch

Kreis Haßberge — Politiker kennen das Gefühl berühmt zu sein. Zwar nicht welt-, dafür aber mindestens landkreisberühmt in unserem Fall: Wir haben drei Bürgermeister und einen Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Haßberge gefragt, was sie von der Oscarverleihung halten. Zwar interessieren sich alle vier mehr oder weniger für Film (und Fernsehen) und nennen ihre persönlichen Favoriten - für die große Oscarshow, die in der Nacht auf Montag (mitteleuropäische Zeit) in Los Angeles stattfindet, haben sie aber allesamt wenig übrig - keiner von ihnen will sich die Nacht um die Ohren schlagen und die Live-Show im Fernsehen verfolgen.
Stefan Paulus, Bürgermeister von Knetzgau, muss nicht lange überlegen für seinen Lieblingsfilm: ",Das Leben ist schön' mit Roberto Benigni", sagt der Politiker. Die italienische Tragikomödie aus dem Jahr 1997 zeige die Absurdität und den Schrecken des Holocaust auf humorvolle Weise, was an sich schon unmöglich erscheint. Der Film erhielt drei Oscars. Allerdings legt Paulus wenig Wert auf diese Auszeichnung: Er weiß, dass es viele gute Filmproduktionen gibt, die wegen der Qualifikationskriterien gar keine Chance auf einen Oscar haben, aber eine hohe Qualität besitzen. Deswegen besuche er gerne kleine Filmbühnen in Bamberg oder das unabhängige Kino in Zeil, beide mit künstlerischem Anspruch . Von der Oscarshow hält er nichts: "Das ist ja nachts. Da schlafe ich lieber."
Sein Zeiler Amtskollege Thomas Stadelmann rechnet sich nicht zu den Filmfreaks. Filme schaut er zwar, aber selten. "Ich komme aus dem Bereich Sport", erklärt er. Demnach verfolgt er am Fernseher Fußballspiele, Olympia oder Wintersport-Übertragungen. Ab und an ist aber ein Kinobesuch fällig. Als seinen Lieblingsfilm bezeichnet er die Romanverfilmung "Die Päpstin" von Sönke Wortmann. Einen Oscar gewann der zwar nicht, aber das ist Stadelmann egal: Die Show um die vergoldete Statue und die Hollywood-Stars registriert er nach eigenem Bekunden nur am Rande.

Fan von Animationsfilmen

"Die fabelhafte Welt der Amélie" von Jean-Pierre Jeunet mit Audrey Tautou in der Titelrolle nennt Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann als Lieblingsfilm. "Der Film war 2002 in fünf Kategorien für den Oscar nominiert", konnte sich aber in keiner durchsetzen, sagt er. Verdient gehabt hätte es der Streifen, findet Hennemann. Zudem bezeichnet sich der Politiker als Fan von Animationsfilmen, besonders von der Firma Pixar, etwa "Ratatouille" oder die "Monster AG". "Leider komme ich zu selten dazu, ins Kino zu gehen." Die Oscarnacht verfolge er nicht, "ich lese nur in der Zeitung die Meldung".
Steffen Vogel aus Theres, Abgeordneter im bayerischen Landtag in München, nennt "Forrest Gump" aus dem Jahr 1994 als seinen Lieblingsfilm. "Der Film hat auch ein paar Oscars (sechs Stück, die Red.) bekommen, die er zweifellos verdient hat", sagt Vogel. Der Film sei auf der einen Seite unglaublich komisch, auf der anderen Seite sei er auch "ein trauriger und rührender Liebesfilm", der sich mit dem Tod auseinandersetze. Die Oscar-Verleihung ist Vogel nicht wichtig, die Auszeichnung nicht zwingend ein Qualitätsmerkmal: "Ich bilde mir da lieber meine eigene Meinung", sagt er.

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