Lichtenfels

Filmabend mit Diskussion will Fluchtursachen aufzeigen

Über 600 Flüchtlinge und Asylberwerber leben im Landkreis Lichtenfels, mehr als 200 davon in der Kreisstadt. Von den meisten dieser Mitmenschen wissen wir g...
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Über 600 Flüchtlinge und Asylberwerber leben im Landkreis Lichtenfels, mehr als 200 davon in der Kreisstadt. Von den meisten dieser Mitmenschen wissen wir gar nichts oder nur recht wenig. Welches Schicksal haben sie erlitten, welche traumatischen Erlebnisse schleppen sie möglicherweise mit sich herum? Was mussten sie zurücklassen und wie werden sie es schaffen, sich hier eine neue, gute und menschenwürdige Zukunft aufzubauen? Und: Wie können engagierte Mitbürger und Mitbürgerinnen unserer Stadt ihnen dabei helfen?
Das Aktionsbündnis "Lichtenfelser Frauengruppen" und die "Aktiven Bürger" haben sich zusammen mit Stadtarchivarin Christine Wittenbauer über diese Thematik Gedanken gemacht. Sie haben sich entschlossen, für Dienstag, 12. April, um 18.30 Uhr zu einem spannenden Filmabend mit Diskussion in die ehemalige Synagoge (Judengasse 14) einzuladen. Gezeigt wird ein 90-minütiger äthiopischer Spielfilm mit der Schauspielerin Angelina Jolie. Er handelt von den Fluchtursachen von Frauen, wobei ihm einer wahren Begebenheit zugrunde liegt.


Gewalt und Unterdrückung

Auch im Landkreis Lichtenfels leben Menschen aus Äthiopien. Aus diesem Land bekommen wir aber nur ganz wenige Informationen. Warum sind diese Menschen hier? Und was ist der besondere Grund, warum Frauen aus ihrer Heimat flüchten müssen? Weibliche Fluchtursachen liegen oft in patriarchalischen, traditionellen Gesellschaften begründet. Frauen flüchten sehr oft vor den einseitig männlichen Machtstrukturen in ihren Herkunftsländern. Sie sind fast immer doppelt belastet: Sie fliehen vor Männergewalt, die sehr oft auch noch eine sexuelle Note hat. Sie werden zwangsverheiratet, vergewaltigt, bedroht und unterdrückt. Sie kennen ihre Rechte nicht, wissen möglicherweise nicht einmal, dass sie Rechte haben. Auch in diesen Ländern stehen die Frauenrechte häufig im Gesetz, aber Papier ist geduldig und wo man/frau die Rechte nicht einklagt, müssen sie auch nicht angewandt werden. Es entsteht ein Kreislauf von Erniedrigung und Unterdrückung.
Der Film zeigt dies und regt zum Nachdenken an und bietet viel Stoff für eine anregende Diskussion. Da viele Menschen in Lichtenfels sich tatkräftig für die Flüchtlinge engagieren und vermutlich auch viele sich über die Hintergründe von Fluchtursachen informieren möchten, laden die drei obengenannten Kooperationspartner alle interessierten Mitbürger und Mitbürgerinnen zu diesem Filmabend ein. Einige äthiopische Mitbewohnerinnen werden auch anwesend sein. Diskutiert wird bei einem Glas Wein oder Wasser und Knabbereien. red
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