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VON Jennifer Hauser Als Exil-Schwäbin bin ich in Franken schon häufiger über Wörter gestolpert, die ich nicht verstanden habe. In den sieben Jahren, die ich mittlerweile hier lebe,...
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VON Jennifer Hauser

Als Exil-Schwäbin bin ich in Franken schon häufiger über Wörter gestolpert, die ich nicht verstanden habe. In den sieben Jahren, die ich mittlerweile hier lebe, habe ich deshalb schon einige fränkische Wörter kennen und lieben gelernt. Ohne es zu merken, streue ich zum Beispiel manchmal das kleine Wörtchen "fei" ein, aber seit gestern habe ich ein neues fränkisches Lieblingswort: das "Waggala". Nachdem mein Freund mir ein Bild von dem "Waggala" seines Kumpels gezeigt hatte, ging ich der Wortbedeutung auf den Grund.
Das "Waggala" hat im übrigens nichts mit dem schwäbischen "Weggle" (=Brötchen) zu tun, sondern kann bis in die Zeit der alten Römer verfolgt werden. Es kommt wohl von "vaco" und "galo" und bedeutet dementsprechend ledig oder ungebunden und Unsinniges tun. Wie Babies eben sind: ledig, ungebunden und sie tun (für erwachsene Augen) Unsinniges. Ich finde im "Waggala" schwingt aber noch ganz viel anderes mit - zumindest soweit ich das als Nicht-Fränkin verstehen kann. Vor allem ist der Begriff "Waggala" sehr liebevoll. Ich werd' das "Waggala" jetzt in meinen Wortschatz aufnehmen. Schließlich sprech ich ohnehin schon einen Fränkisch-Schwäbisch-Hochdeutsch-Mix.
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