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Bamberg

Familie des früheren Chefarztes beklagt Verzögerungen bei Justiz

Seit 13. Januar sitzt ein früherer Chefarzt des Klinikums in U-Haft. Er soll eine Mitarbeiterin zu sexuellen Praktiken gezwungen haben, obwohl sie dies abge...
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Seit 13. Januar sitzt ein früherer Chefarzt des Klinikums in U-Haft. Er soll eine Mitarbeiterin zu sexuellen Praktiken gezwungen haben, obwohl sie dies abgelehnt habe. Diesen Tatvorwurf macht ihm die Staatsanwaltschaft und ermittelt wegen des Verdachts der Vergewaltigung. Die Familie des Mediziners zeigte sich auf einer Pressekonferenz schockiert über das Vorgehen der Justiz, der Bruder verlas eine siebenseitige Stellungnahme und ist von der Unschuld des Ex-Chefarztes überzeugt. Er erwähnte allerdings auch dessen Affären, betonte gleichzeitig, dass es keinen Tatbestand der Vergewaltigung gebe. Daher habe die Familie über Dieter Widmann, einen der Anwälte des Mediziners, Haftbeschwerde vor dem Landgericht eingelegt. In diesem Zusammenhang sprach der Bruder von "unnötigen Verzögerungen" und fügte an: "Wir sind erschrocken, wie unfassbar langsam die Haftbeschwerde derzeit bearbeitet wird." Eine Entscheidung dazu solle in den nächsten Tagen fallen.
Tatsache ist, dass seit November 2016 eine sexuelle Handlung auch dann als Vergewaltigung gewertet werden kann, wenn sich das Opfer nicht aktiv wehrt. Wenn es durch Worte, Gesten oder etwa Weinen zum Ausdruck gebracht hat, dass es mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden ist, sind die Voraussetzungen für eine strafbare Handlung erfüllt. Das legt der Paragraf 177 des Strafgesetzbuchs fest. Bis zu fünf Jahre Haft drohen für solche Taten.
Widmann zeigte sich überzeugt, dass sich der Vorwurf als haltlos herausstellen werde. Oberstaatsanwalt Bachmann erklärte jedoch in Bezug auf den Mediziner: "Der dringende Tatverdacht besteht weiter. Die Ermittlungen laufen seit 13. Januar und derzeit wird geprüft, ob ein Gutachten erforderlich ist." Die Sozialstiftung Bamberg, Träger der Klinik, hatte am 10. Januar bekanntgegeben, den Mediziner freigestellt zu haben. Kurz danach wurde bestätigt, dass ein Hausverbot gegen ihn verhängt worden sei. Zwei Tage später meldete die Justiz, ein Verfahren eingeleitet zu haben.

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