Witzmannsberg

Es muss auch ohne Bad gehen

Freizeitzentrum  Ahorns Bürger waren eingeladen, ihre Ideen für die Zukunft der Einrichtung einzubringen. Viele waren unglücklich mit der Information, dass eine Schwimmhalle im neuen Konzept wohl keinen Platz haben wird.
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Bürgermeister Martin Finzel sammelt mit den Bürgern die Ideen zur Zukunft des Freizeitzentrums. Fotos: Gabi Bertram
Bürgermeister Martin Finzel sammelt mit den Bürgern die Ideen zur Zukunft des Freizeitzentrums. Fotos: Gabi Bertram
von unserer Mitarbeiterin Gabi Bertram

Witzmannsberg — Im Rahmen des Tages der Städtebauförderung hatte die Gemeinde Ahorn am Dorfbrunnen in Witzmannsberg zu einer Ideenwerkstatt für das Freizeitzentrum eingeladen, und das Interesse der Bürger war außerordentlich groß.
Wird aus dem Bad eine Kulturhalle? Wird es hier eine kleine kommunale Brauerei geben, oder entstehen parallel dazu neue Wohnformen? Wie wird sich die Gastronomie entwickeln, wie die Halle in multifunktionaler Nutzung, können hier Gesundheits- und Wellness-Angebote heimisch werden, Spiel- und Bolzplatz oder gar eine Minigolfanlage entstehen? Soll die Kulturhalle abgebrochen oder umgenutzt werden?
"Die Bürger sollen sich hier einbringen mit ihren Wünschen und Vorstellungen", sagt Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) und will nichts Fertiges einfach nur servieren. Im aktuellen Haushalt sind erst einmal 20 000 Euro für Planungsleistungen für das Freizeitzentrum Witzmannsberg eingeplant. Was daraus werden kann, hängt eben auch von den kommunalen Finanzen und Fördermitteln ab.
Viele Jahre lang hatte die Gemeinde das Freizeitzentrum Witzmannsberg auf dem Schirm gehabt, wollte sanieren, umbauen, modernisieren. Aber eine Generalsanierung hätte auch rund 3,35 Millionen Euro verschlungen, bei einem Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro. Dabei hatte sich die Gemeinde selbst eine Obergrenze von 1,5 Millionen Euro auferlegt.
Ob, wann und in welcher Höhe Fördermittel kommen, steht auch nach Jahren der Bemühungen noch nicht fest, so dass man nun umdenkt. In der Grundschule soll im Rahmen der Generalsanierung ein Lehrschwimmbecken entstehen, das immerhin auch 1,5 Millionen Euro kostet, aber den Eigenanteilrahmen nicht überschreitet. Im Freizeitzentrum Witzmannsberg kann es ohne Hallenbad weitergehen. Dazu waren die Bürger eingeladen, ihre Ideen kundzutun und nutzten diese Möglichkeit auch reichlich.
Nutzungsideen, sagt Isabell Strehle, Baurätin bei der Regierung Oberfranken seien die eine Seite. Die aber müsse einhergehen mit der städtebaulichen Einbindung des Projekts, mit der energetischen Sanierung des Objekts und mit einer akzeptablen Wirtschaftlichkeit. Nachgedacht werden müsse ebenso über Betreiberstrukturen, über interkommunale Lösungen in Kooperation mit privaten Akteuren.
Bis Juni, so Bürgermeister Finzel, soll eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden, auch unter Einbeziehung der Vorschläge und Vorstellungen der Bürger. Spätestens im September dann ist ein Fördergipfel für das Projekt geplant, wo die Weichen gestellt werden, was überhaupt umsetzbar sein kann.
So eine Ideenwerkstatt fanden alle gut, die mit vor Ort waren, und nicht zuletzt kritisierten, dass das Freizeitzentrum mit Bad nun doch nicht wie erwartet erhalten bleiben kann.

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