Marktschorgast

Es hat sich endgültig "ausgepufft"

verlust  In Marktschorgast geht eine Ära zu Ende. Nach 178 Jahren hat sich die Schützengesellschaft aufgelöst. Die Mitglieder des ältesten Vereins am Ort sahen keine Zukunftsperspektive mehr. Ein herber Verlust für das Gemeindeleben.
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Immer zum Auftakt des Schützenfestes am Kirchweihsonntag ließen es die Böllerschützen krachen. Damit dürfte es nun vorbei sein, denn die Schützengesellschaft von 1837 des ASV Marktschorgast hat sich aufgelöst. Foto: Bruno Preißinger
Immer zum Auftakt des Schützenfestes am Kirchweihsonntag ließen es die Böllerschützen krachen. Damit dürfte es nun vorbei sein, denn die Schützengesellschaft von 1837 des ASV Marktschorgast hat sich aufgelöst. Foto: Bruno Preißinger
von unserem Mitarbeiter Bruno Preissinger

Marktscghorgast — Mit der Auflösung der Schützengesellschaft von 1837 des ASV Marktschorgast fällt ein wertvoller Stein aus der historischen Krone der Gemeinde, wie es Altbürgermeister Josef Kofer, ein Förderer und Gönner der Schützen, formulierte. Pflegten doch die Schützen Tradition und Brauchtum mit einer faszinierenden Sportart und waren in all den Jahren der "zentrale Ausgangspunkt" für die Kirchweih mit Schützenfest.


Schon keine Proklamation

Doch bereits zur diesjährigen "Kirchweih mit Schützenfest" hat sich abgezeichnet, dass es in der Schützengesellschaft nicht zum Besten steht. Nach dem Anschießen des Schützenfestes durch die Marktschorgaster Böllerschützen gab es traditionsgemäß den Festzug. Vergeblich warteten die Gäste im Festzelt auf die Proklamation der neuen Majestäten der Schützen, die am 27. Juli 2012 ihr 175-jähriges Jubiläum feierten.
In der damaligen Festansprache ließ Ex-Schützenmeister Herbert Lauterbach die Historie Revue passieren. Bereits zum 50. Jubiläum "sandte die Schützengesellschaft Mt. Schorgast allerunterthänigst treugehorsamst ein Huldigungsschreiben an Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold, Prinzregent von Bayern". Im Antworttelegramm hieß es: "Seine Kgl. Hoheit, der Prinzregent waren über die Ovation, welche von den Theilnehmern an der fünfzigjährigen Jubelfeier der Schützengesellschaft Mt. Schorgast, Allerhöchst demselben dargebracht wurde, sehr angenehm berührt und lassen den Mitgliedern und Gästen der Gesellschaft für die bekundeten patriotischen Gesinnungen Allerhöchst Ihren huldvollsten Dank aussprechen. Im Allerhöchsten Auftrag Frh. Freischlag von Freyenstein Generalmajor, Generaladjutant."


Erfolgreiche Schüler

Auf die sportlichen Leistungen eingehend, meinte der alte Schützenmeister: "Unsere größten und erfolgreichsten Schützen waren unsere Schüler und Jugendlichen. Beim Landesschießen in München siegte unsere Schülermannschaft mit Andre Feulner, Dominik Ochs, Maximilian Hartmann und Lino Lozin. Sie kehrten mit dem Siegerpokal heim. Unser Andre Feulner wurde Bayrischer und dreifacher Deutscher Meister. Sie waren für unsere Schützengesellschaft, für die Heimatgemeinde und den Schützengau ein Aushängeschild ersten Ranges. Zu diesen erfolgreichen Schützen zählten auch Marina Hörath und Patrick Feulner".


Gute Wünsche

Von diesen erfolgreichen Schützen wohnt heute allerdings keiner mehr in Marktschorgast. Weiter führte damals Herbert Lauterbach aus: "Heute bin ich froh, dass vor zwei Jahren eine junge Mannschaft mit André Reichel, Dominik Kofer und Christian Lautenbacher das Kommando über die Schützengesellschaft übernommen hat. Die komplette Gesellschaft ist stolz auf Euch, dass Ihr das 175-jährige Jubelfest so gut vorbereitet habt. Zum Schluss wünsche ich als alter Schützenmeister euch weiter ,Gut Schuss' und alles Gute".
Und Bürgermeister Hans Tischhöfer, Schirmherr des 175-jährigen Jubiläums führte aus: "Liebe Schützen, auch wenn es augenblicklich nicht ganz optimal aussieht, wie es weitergehen soll: Ich bitte Euch, werft nicht die Flinte ins Korn, sondern lasst Euch beflügeln, nehmt diese Energie, die Ihr hoffentlich bei diesem Jubiläum erfahren werdet mit, um auch in Zukunft eine aktive Schützengesellschaft zu sein". Alles Hoffen und alle guten Wünsche haben sich nun aber mit der Auflösung des Vereins erübrigt.
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