Neustadt bei Coburg
Stadtrat 

Erst mal Abschnitt II dann III

Der Bürgerverein drängt in Meilschnitz auf eine schnellere Erschließung des gesamten Baugebietes "Brand". Die Stadt richtet sich aber bei der Entwicklung nach Bedarf und Finanzierbarkeit.
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Es geht schon jetzt eng zu, an der Einfahrt von "Zum Rottenbach" nach "Am Brand", meint der Bürgerverein Meilschnitz und fürchtet, dass mit wachsendem Baugebiet der Verkehr deutlich zunimmt. Foto: Rainer Lutz
Es geht schon jetzt eng zu, an der Einfahrt von "Zum Rottenbach" nach "Am Brand", meint der Bürgerverein Meilschnitz und fürchtet, dass mit wachsendem Baugebiet der Verkehr deutlich zunimmt. Foto: Rainer Lutz
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Eigentlich könnten sich die Bürger im Stadtteil Meilschnitz freuen.Der Ort soll wachsen. Das Baugebiet "Brand" bekommt einen weiteren Bauabschnitt. Dafür bringt der Stadtrat gerade die Bauleitplanung auf den Weg. Dass der Bürgerverein im Stadtteil nun zu diesen Plänen die umfangreichste Einlassung unter allen Beteiligten im Verfahren eingereicht hat, liegt auch gar nicht daran, das die Meilschnitzer etwas gegen neue Bürger im Ort hätten. Im Gegenteil, sie begrüßen das - und wollen noch mehr.
Eine Kernforderung des Bürgervereins ist es, nicht nur den zweiten, sondern auch gleich den dritten Bauabschnitt des Gebietes "Brand" in Angriff zu nehmen oder diesen zuerst. Dabei geht es um die Erschließung des Gebiets. Diese erfolgt zurzeit über die Straße Zum Rottenbach. Der Verein ist der Ansicht, dass die Einmündung zum "Brand" zu schmal ist. Für die Erschließungsstraße im Wohngebiet fand er eine Empfehlung, sie mit einer Fahrbahnbreite von zehn Metern auszubauen. Bei der Würdigung dieser Einwände zeigte sich die Stadtverwaltung aber überzeugt, dass die vorgesehene Breite von 5,35 Meter für ein Wohngebiet dieser Größe voll ausreicht, wie Stadtplanerin Christine Schirmer darlegte. Auch der Kurvenradius bei der Einmündung Zum Rottenbach erscheint dem Verein zu eng - zumindest für Großfahrzeuge wie etwa von Müllabfuhr oder Feuerwehr.
Nach all seinen Einwänden kommt der Bürgerverein zu dem Schluss: "dass bei der derzeitigen Verkehrssituation ohne Verwirklichung des dritten Bauabschnitts die Regelmaße der geltenden technischen Regelwerke nicht eingehalten werden." Der Stadtrat sah das einstimmig anders und beschloss die Änderung des Bebauungsplans wie nach den letzten Änderungen vorgesehen.
Der dritte Bauabschnitt soll, orientiert an Bedarf und Haushaltslage der Stadt, später in Angriff genommen werden. In den kommenden beiden Jahren wird das aber wohl eher nicht der Fall sein.
Einig waren sich die Mitglieder des Stadtrates auch rasch, was die weitere Planung im Weidachviertel angeht. Die Stadt weist derzeit keine neuen Wohnbauflächen im Flächennutzungsplan aus, sondern möchte durch Nachverdichtung vorhandener Bebauungspläne Baumöglichkeiten schaffen. Das soll auch im Weidachviertel geschehen. Dazu wird die aus dem Jahr 1993 stammende Planung aufgehoben und eine neue erstellt.


Sonntagsverkauf zum Festival

Dass zum internationalen Puppenfestival in Neustadt die Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen, gehört längst zum Programm. Doch weil sich dazu die Rechtsprechung geändert hat, musste die dafür erforderliche Verordnung neu gefasst werden. Das wiederum führte schon zu Diskussionen. Es geht um die Abgrenzung des Gebiets, in dem geöffnet werden darf. Die Grenzen müssen genau festgelegt werden. Das schließt ein, dass es möglicherweise einen Laden gibt, der nicht öffnen darf, während ein anderer unweit davon das eben doch darf. Im Bemühen, möglichst vielen Geschäftsleuten die Öffnung zu ermöglichen, die das auch wollen, legte die Stadt das Gebiet nun begrenzt durch folgende Straßen fest: Schützenplatz, Grüntalstraße, Heubischer Straße, Thüringer Straße, Hindenburgplatz, Kantstraße, Mühlenstraße, Damaschkestraße, Am Bahnhof, dann entlang der Bahnlinie, Wildenheider Straße, Sonneberger Straße, Bergstraße und über die Rosenstraße zurück zum Schützenplatz. Innerhalb des so gebildeten Ringes, darf geöffnet werden. Außerhalb dieses Bereichs wird aber zumindest der Werksverkauf betreffend die Handelszweige Spielwaren, nebst Zubehör" und "Dekorationsartikel" zugelassen.


Die Flugplatzfrage

Dass sich die Stadt an der Projektgesellschaft für den Bau eines neuen Flugplatzes beteiligt, obwohl der Landkreis durch einen Bürgerentscheid gezwungen wurde, aus dieser auszutreten, lehnte Thomas Büchner (ÖDP) ab. Wenn sie aber schon beigetreten ist und sich dort mit 1000 Euro einbringt, dann will Büchner wenigstens, dass der Stadtrat einmal im Quartal über Finanzierungs-, Planungs- und Genehmigungsstand informiert wird.
Er stellte einen entsprechenden Antrag. Dass dieser nun bei der Sitzung am Montag in den Geschäftsgang verwiesen werden sollte gefiel Büchner gar nicht: "Sie wollen den Antrag jetzt nicht wirklich in den Geschäftsgang verweisen. Es ist ein ganz einfacher Antrag, über den wir jetzt abstimmen können." Am Ende ließ er sich doch davon überzeugen. Er wunderte sich aber: "Interessiert es eigentlich niemanden, was unsere 1000 Euro bewirkt haben?"

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