Forchheim

Erst einmal ausgebremst

Berufskraftfahrer sind im Straßenverkehr einiges gewöhnt. Dennoch entschloss sich ein Erlanger, gegen einen anderen Verkehrsteilnehmer Anzeige wegen Nötigun...
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Berufskraftfahrer sind im Straßenverkehr einiges gewöhnt. Dennoch entschloss sich ein Erlanger, gegen einen anderen Verkehrsteilnehmer Anzeige wegen Nötigung zu erstatten. "Wenn ich meine Kinder im Auto habe, verstehe ich keinen Spaß", sagt er als Zeuge vor Richterin Silke Schneider.
Angeklagt war der andere Fahrer - eine Servicetechniker, der selbst 50 000 Kilometer im Jahr auf der Straße ist. Ende November war der 33-Jährige auf der A 73 von Nürnberg nach Coburg unterwegs. Auf der Höhe von Eggolsheim fuhr er auf der linken Spur, hinter ihm der Zeuge. Plötzlich bremste der erste heftig ab, so dass auch der Zeuge "in die Eisen steigen" musste und - um einen Auffahrunfall zu vermeiden - auf die rechte Spur ausweichen musste.
Dass ein unerwartetes Hindernis oder ein Fahrfehler eines Dritten das Manöver ausgelöst hatte, davon hatte der Zeuge nichts gesehen. Und auch der Angeklagte behauptete das nicht. Vielmehr sagte er, dass er sich während der ganzen Fahrt an keine Notbremsung erinnern könne. Und: "Ich bin kein notorischer Linksfahrer."


Immer wieder

Der Vorausfahrende wechselte ebenfalls nach rechts und der hintere zog deshalb auf die Standspur. Der Zeuge merkte sich die ersten Buchstaben des Kennzeichens des silbernen Mercedes. Wenige Minuten später waren beide Fahrer auf Augenhöhe nebeneinander und der Zeuge versuchte, den Fahrer zu erkennen. Das Bremsmanöver wiederholte sich. Der Zeuge war sich "ziemlich sicher", dass der Mann auf der Anklagebank der "Bremser" war. Eine Verwechslung, wie vom Angeklagten behauptet, schloss er aus.
Nach diesem Sachstand besprach sich der Verteidiger des Angeklagten mit seinem Mandanten und beschränkte dann den Einspruch gegen den Strafbefehl auf die Rechtsfolgen. Das bedeutet, dass der Angeklagte die Nötigung einräumt.
Besonders hart, so Rechtsanwalt Gernot Kirchner, träfe seinen Mandanten das Fahrverbot. Denn er habe vor Kurzem den Arbeitgeber gewechselt und befinde sich in der Probezeit. Ein Fahrverbot könne ihn leicht den Job kosten. Der Gedanke leuchtete auch dem Staatsanwalt ein.
So wie der Angeklagte sein Fahrverhalten im Allgemeinen geschildert hatte, war das Geschehen bei Eggolsheim ein "grober Ausnahmefall", denn der Angeklagte hat ein sauberes Konto in Flensburg. "Eine Geldstrafe macht hinreichend Eindruck auf ihn", plädierte er und beantragte eine Strafe von 30 Tagessätzen zu 40 Euro. Dem schlossen sich der Verteidiger und die Amtsrichterin an.



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