Kulmbach

Erst eine duale Ausbildung und dann zum Studium

Mit zwei Themen beschäftigte sich der Landesvorsitzende der Freien Demokraten, Albert Duin, beim Politischen Stammtisch der Kulmbacher FDP im "Schweizerhof"...
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FDP-Landesvorsitzender Albert Duin (links) plädierte für einen fairen Wettbewerb zwischen Pharma-Versandhandel und niedergelassenen Apotheken. Rechts FDP-Bezirksvorsitzender sowie Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel.  Foto: Werner Reißaus
FDP-Landesvorsitzender Albert Duin (links) plädierte für einen fairen Wettbewerb zwischen Pharma-Versandhandel und niedergelassenen Apotheken. Rechts FDP-Bezirksvorsitzender sowie Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel. Foto: Werner Reißaus
Mit zwei Themen beschäftigte sich der Landesvorsitzende der Freien Demokraten, Albert Duin, beim Politischen Stammtisch der Kulmbacher FDP im "Schweizerhof". Duin legte ein Bekenntnis zur Handwerks- oder industriellen Ausbildung ab und setzte sich mit der Frage auseinander, ob es Apotheker und Ärzte vor Ort braucht.
Für FDP-Landesvorsitzenden Albert Duin wird der alte Spruch "Handwerk hat goldenen Boden" wieder wahr: "Über den Facharbeiter zum Techniker, Industriefachwirt, praktischen Betriebswirt, zum Meister oder Ingenieur, alles ist machbar." Der Landesvorsitzende stellte in dem Zusammenhang die Frage, warum immer mehr junge Menschen den direkten Weg der Akademikerlaufbahn wählen: "Wer gaukelt ihnen vor, dass nur dieser Weg der richtige sei. Ich bevorzuge die Berufsausbildung im Handwerk und der Industrie und erst danach den Gang zu Universitäten und Hochschulen. Wer eine Ausbildung genossen hat und sich mit der Fertigung, Mechanik, Materialien, der Buchhaltung oder der Produktionsplanung bis zur Fakturierung beschäftigt hat, weiß später im Studium und in der Forschung und Entwicklung, wie das, was er sich theoretisch überlegt hat, in der Praxis umzusetzen ist."
Kritisch nahm der Landesvorsitzende zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes Stellung, wonach man sich Medikamente aus dem Internet bestellen kann und damit mit dem Apotheker einen weiteren Freiberufler nicht nur zum "Abschuss" freigibt, sondern damit auch die Versorgung vor Ort massiv schwäche. Der Landesvorsitzende der Freien Demokraten brach eine Lanze für die Apotheker und Ärzte: "Apotheker vor Ort kennen ihre Kunden meistens und sind in der Lage, auch mal zu erkennen, wenn bei der Verordnung durch den Arzt etwas außer Acht gelassen wurde." Dieses gut funktionierende System werde durch die Eingriffe eines unfairen Wettbewerbs aufs Spiel gesetzt.
Der neu gewählte FDP-Bezirksvorsitzende sowie Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel sprach die Verabschiedung des Haushalts der Stadt Kulmbach am Donnerstag im Stadtrat an. Die Position der Kulmbacher FDP ist nach den Worten von Nagel weiterhin klar, man will keine Nettoneuverschuldung. Auch der Haushalt 2017 - der Zehnte in Folge - wird ohne eine Nettoneuverschuldung auskommen. Nagel: "Es ist uns wichtig, dass wir als FDP darauf achten, dass wir die Finanzen der Stadt Kulmbach im Griff haben. Man muss aber sehen, dass wir zum Beispiel 7,2 Millionen Euro für die Kinder- und Jugendbetreuung ausgeben werden und das für eine Stadt wie Kulmbach ein riesengroßer Posten ist."
Zur Großbaustelle Zentralparkplatz meinte Nagel, es sei wichtig, darauf zu achten, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Auch das Kaufplatz-Areal beschäftigte Nagel: "Solang der Kaufplatz diesen Wert hat, gilt es auch einmal zu schauen, ob mögliche Investoren das Parkhaus und ein kleines Einkaufszentrum betreiben." Die vom Grünen-Stadtrat Hans-Dieter Herold immer wieder geforderte Erhöhung der Gewerbesteuer bezeichnete Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel als einen absoluten Blödsinn. Die Stadt brauche vielmehr eine Willkommenskultur.

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