Zeil am Main

Erneute Durchsuchung in Zeil

Ermittlungen  Rund 30 Kilogramm Haschisch waren im April in Zeil und in einem Ort der Gemeinde Rauhenebrach sichergestellt worden. Gestern nun rückten Kripo-Beamte noch einmal in Zeil an, um weiteres Beweismaterial zu suchen.
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Mit mehreren Fahrzeugen rückten Beamte unter der Leitung der Kriminalpolizei Schweinfurt gestern in Zeil in der Oskar-Winkler-Straße an. Dort wurde ein Anwesen durchsucht. Die Ermittlungen stehen in Zusammenhang mit einer Razzia, bei der im April rund 30 Kilogramm Haschisch an zwei Orten im Kreis Haßberge sichergestellt worden waren. Foto: Brigitte Krause
Mit mehreren Fahrzeugen rückten Beamte unter der Leitung der Kriminalpolizei Schweinfurt gestern in Zeil in der Oskar-Winkler-Straße an. Dort wurde ein Anwesen durchsucht. Die Ermittlungen stehen in Zusammenhang mit einer Razzia, bei der im April rund 30 Kilogramm Haschisch an zwei Orten im Kreis Haßberge sichergestellt worden waren. Foto: Brigitte Krause
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von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Lösch

Zeil/Rauhenebrach — Aus Sicht der Polizei war es fast ein Volltreffer, aber nur fast: Rund 30 Kilogramm Haschisch, zwei Macheten, Geldscheine sowie Rauschgift-Utensilien fanden Drogenfahnder der Kriminalpolizei Schweinfurt im April bei einer zeitgleichen Durchsuchung in Zeil und in einem Ort in der Gemeinde Rauhenebrach.
Gestern Vormittag setzten die Ermittler nun zu einer weiteren Aktion in diesem Fall an und durchsuchten mit großem Aufgebot ein Anwesen in der Oskar-Winkler-Straße in Zeil. Es ist das gleiche Haus, in dem im April zwei 40-jährige Frauen festgenommen wurden, nachdem allein in diesem Anwesen etwa 23 Kilogramm Rauschmittel (über 104 Haschisch-Platten) gefunden worden waren. Nun rückte die Kripo Schweinfurt dort gestern erneut an und durchsuchte das Gebäude. Es waren mehrere Polizeiwagen im Einsatz, darunter zwei Busse.

Rauschgiftsuchhund

Das bestätigte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken in Würzburg auf Anfrage dieser Zeitung. Es kam auch, wie bereits im April, ein Rauschgiftsuchhund zum Einsatz. Die Polizei hielt sich zu der Aufsehen erregenden Aktion ansonsten bedeckt. Man wolle laufende Ermittlungen nicht gefährden.

53-Jähriger weiter auf der Flucht

Der Grund, warum es sich bei einem der größten Drogenfunde in Unterfranken nur fast um einen Volltreffer handelte, ist der: Bei den Durchsuchungen im April ging den Beamten ein 53-jähriger Mann durch die Lappen, den die Ermittler verdächtigt hatten, seit Jahren "schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln" zu betreiben. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Rauhenebrach entdeckten die Ermittler zwar sieben Kilogramm Haschisch und einen fünfstelligen Geldbetrag, der Verdächtige jedoch war nicht anzutreffen.
Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken in Würzburg wollte gestern keine Auskunft geben, warum es in Zeil erneut zu einer Durchsuchung kam beziehungsweise, ob weitere Drogen in dem Haus gefunden wurden. Die Sprecherin sagte lediglich, dass die Ermittlungen "in vollem Gange" seien und ihr Ziel verfehlen könnten, sollten vorzeitig Details an die Öffentlichkeit geraten. Sobald spruchreife Ergebnisse vorlägen, würden sie veröffentlicht.
Der Fall sorgte (und sorgt) im Landkreis Haßberge für Aufregung. Am 13. April dieses Jahres hatte Kriminalhauptkommissar Peter Häusinger zu einer Pressekonferenz in Schweinfurt eingeladen.
Im dazugehörigen Polizeibericht hieß es: "Unter Federführung der Kriminalpolizei Schweinfurt und der Staatsanwaltschaft Bamberg ist am Mittwoch (8. April, die Red.) eine der größten Haschischmengen der letzten Jahre im Bereich des Regierungsbezirks Unterfranken sichergestellt worden. Neben rund 30 Kilogramm des Betäubungsmittels fielen den Fahndern auch mehrere zehntausend Euro mutmaßliches Drogengeld in die Hände. Zwei Frauen sitzen in Untersuchungshaft, ein Mann wird jetzt mit Haftbefehl gesucht."

"Das ist eine Menge"

Die Polizei präsentierte den Pressevertretern das sichergestellte Beweismaterial aus den parallel gelaufenen Durchsuchungsaktionen. "Auf einem Tisch liegen auf einer Fläche von zwei Quadratmetern Haschisch-Platten, zwei Macheten, Geldscheine sowie Rauschgift-Utensilien", hatte es Reporter und FT-Lokalchef Klaus Schmitt in seinem Bericht beschrieben. Über die 30 Kilogramm an Rauschgift hatte Peter Häusinger gesagt: "Das ist eine Menge, die wir nicht jeden Tag in Händen halten."
Der Polizei hatten Hinweise vorgelegen, dass in Rauhenebrach ein 53-Jähriger "schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln" betreibt. Die Hinweise resultierten laut Armin Kühnert, dem Chef der Kripo Schweinfurt, "aus anderen Ermittlungen". Ähnliche belastende Erkenntnisse gab es gegen zwei Frauen im Alter von 40 Jahren.
Mit diesen Hinweisen hatten die Fahnder bei der Staatsanwaltschaft Bamberg Durchsuchungsbeschlüsse für die jeweiligen Wohnungen in Rauhenebrach und Zeil beantragt.

Rauschgifteinsatzkommando

Die Polizeibeamten tauchten dann mit Unterstützung des Rauschgifteinsatzkommandos des Landeskriminalamtes und Diensthundeführern der operativen Ergänzungsdienste Schweinfurt an den Wohnungen der Verdächtigen auf.

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