Bad Rodach

Erinnern an den Fall der Grenze - und an den "Adrenalinstoß pur"

von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold Bad Rodach — "Es war ein Adrenalinstoß pur", sagt Hubert Städtler, wenn er sich an die Öffnung innerdeutschen Grenze erinnert. Plötzlich konnt...
Artikel drucken Artikel einbetten
Hubert Städtler hat anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren eine Dokumentation zur deutsch-deutschen Geschichte in Bad Rodach und Region zusammengestellt, die bis 20. November im "Haus des Gastes" zu sehen ist.  Foto: Gabi Arnold
Hubert Städtler hat anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren eine Dokumentation zur deutsch-deutschen Geschichte in Bad Rodach und Region zusammengestellt, die bis 20. November im "Haus des Gastes" zu sehen ist. Foto: Gabi Arnold
+1 Bild
von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Bad Rodach — "Es war ein Adrenalinstoß pur", sagt Hubert Städtler, wenn er sich an die Öffnung innerdeutschen Grenze erinnert. Plötzlich konnten die Bürger in die damaligen DDR gelangen und umgekehrt. "Ich habe Bayern von der anderen Seite gesehen, es war pure Aufregung." Der Bad Rodacher hat die Zeit dokumentiert, er hat Zeitungsberichte gesammelt und Fotos geschossen und stellt dies nun Fall der innerdeutschen Grenze vor 25 Jahren im Foyer des "Haus des Gastes" aus.
Der Bad Rodacher Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) kennt diese Zeit nur aus Erzählungen. Er war gerade mal drei Jahre alt, als der eiserne Vorhang fiel. Umso wichtiger findet er, dass Zeitzeugen diese Geschichte festhalten. "Ich und meine Generationen können sich nur schwer vorstellen, das hier mal unmittelbar die Grenze verlief und die Menschen nicht reisen durften", sagte er bei der Ausstellungseröffnung am Mittwochabend.
Städtlers Präsentation sei eine ganz besondere Dokumentation der deutsch-deutschen Geschichte hier im einstigen Zonenrandgebiet. Hubert Städtler ist nach eigenem Bekunden ein begeisterter Zeitungsleser. "Alles was mich interessiert, sammele ich." In Bad Rodach ist dies bekannt, deshalb kam der Kur-und Tourismusverband auf Städtler zu, mit Bitte, einen Beitrag zur Erinnerung an die Grenzöffnung im Landkreis und besonders in Bad Rodach zu leisten. "Ich habe gleich zugestimmt, denn das Material hatte ich ja."
So hat der 75-Jährige auf verschiedenen Stellwänden die deutsch-deutsche Geschichte in der Region mit Bildern und Zeitungsartikeln dokumentiert: Zu jedem Bild und Text kennt der Rentner eine Geschichtee. Seine Dokumentation beginnt bereits im Jahr 1949, als der damalige Landrat von Hildburghausen Richard Seidel den Rodachern zur 1050-Jahr-Feier gratulierte. Städtlers Ausstellung erzählt die Geschichte von West und Ost, bis hin zum Mauerfall und der Wiedervereinigung. "Als am 9. November 1989 die Reisefreiheit verkündet wurde, gab es kein Halten mehr, die Menschen aus der Thüringer Nachbarschaft nutzen die neue Freiheit und kamen in schier endlosen Fahrzeugkolonnen über Eisfeld ins Coburger Land," erinnert er sich.
Die Rodacher, sagt er weiter, mussten sich bis zum 18.November gedulden, erst dann wurde die Grenze von Adelhausen geöffnet. "Die Menschen hatten am Abend Kerzen aufgestellt in der Hoffnung, die Öffnung des Grenzübergangs zu beschleunigen." Am 10. Dezember gingen die Grenzen auch in Holzhausen und Heldburg auf. "Wir sind oft an der Grenzen entlang gewandert, um einen freien Blick nach drüben zu bekommen. Plötzlich konnte ich Bayern von der anderen Seite sehen, und es hat uns bewegt, dass die Volkspolizisten der DDR uns zugewunken haben."
Die Ausstellung ist bis zum 20.November im Foyer des "Haus des Gastes" (Jagdschloss) in Bad Rodach zu sehen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren