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Gosberg

Eismann sah das Unheil kommen

Gefahr  Trotz des trockenen Bodens und des starken Winds hat eine Pinzberger Feiergesellschaft am Samstag ein Feuerwerk abgebrannt. Um seine Scheune zu schützen, lief Alfons Eismann los - und kam gerade noch rechtzeitig.
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Alfons Eismann kniet dort, wo die Wiese nahe seiner Scheune plötzlich in Flammen stand.  Foto: Franz Galster
Alfons Eismann kniet dort, wo die Wiese nahe seiner Scheune plötzlich in Flammen stand. Foto: Franz Galster
von unserem Mitarbeiter Franz Galster

Pinzberg — Einige Aufregung hat am vergangenen Samstag ein Feuerwerk provoziert, das anlässlich einer Familienfeier in Gosberg gezündet worden ist. Alfons Eismann hat als Anlieger die Angelegenheit beobachtet. "Ich saß gegen 22.30 Uhr gemütlich im Wohnzimmer. Dann hörte ich, wie auf dem Parkplatz des umliegenden Gasthauses Schuhmann ein Feuerwerk abgebrannt wird."
Angesichts der großen Trockenheit wunderte sich Eismann, dass das Feuerwerk überhaupt genehmigt worden ist. Denn eine Woche zuvor war ein Feuerwerk eines Arbeitskollegen wegen akuter Waldbrandgefahr im Landkreis Forchheim nicht erlaubt worden.
Derart sensibilisiert, machte sich Eismann jetzt auf, um ein wachsames Auge auf das Feuerwerk zu werfen. Schließlich liegt seine eigene Scheune nur etwa 50 Meter von dem Ort entfernt, an dem das Feuerwerk gezündet wurde.

Eismann brüllte und rannte

Vor allem der Wind bereitete ihm Sorgen: "Ich hatte ein ungutes Gefühl, als ich das Feuerwerk beobachtet habe." Er wollte das Schauspiel mit seinem Handy filmen - da stand schon Eismanns Wiese in Brand. Er brüllte und rannte zu dem Mann, der das Feuerwerk gezündet hatte. "Wir haben den Brand durch Austreten und Gießkannen schnell gelöscht. Vorher musste ich mir allerdings Kommentare von Zuschauern anhören", ärgert sich Eismann.
Er solle doch aufhören zu schreien, schließlich sei das Feuerwerk genehmigt. Fast noch mehr als das verantwortungslose Verhalten der Gruppe missfiel Eismann der Umstand, dass die Gemeinde Pinzberg das Feuerwerk überhaupt genehmigt hatte. Und das, obwohl der Deutsche Wetterdienst für Samstag auf seiner Internetseite eine Waldbrandgefahr von Stufe 4 ausgewiesen hatte. Stufe 4 - das bedeutet "sehr hohe Gefahr eines Waldbrandes".
Natürlich gibt es in Gosberg mitten in der Ortschaft keinen Wald. "Wie man aber nun sieht, kann doch etwas brennen. Es muss ja kein Wald sein, es reicht eine trockene Wiese."

Scheunen in Gefahr

Wenn er den Brand nicht bemerkt hätte, wäre es höchstwahrscheinlich durch den Wind noch schlimmer gekommen, glaubt Eismann. Seine Scheune und auch die des Nachbarn hätten Feuer fangen und abbrennen können - in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern.
Eismann appelliert eindringlich an die Gemeinden in der Region, keine Genehmigungen für Feuerwerke zu erteilen, wenn der Deutsche Wetterdienst Waldbrandgefahrstufen ausgibt: "Es werden dadurch eventuell Leben in Gefahr gebracht."

Drei Wochen im Voraus

Eine Nachfrage bei der zuständigen Bearbeiterin im Gosberger VG-Gebäude ergibt: Eine solche Genehmigung werde im Allgemeinen rund drei Wochen vor dem jeweiligen Ereignis erteilt. Man verstehe die Erregung von Alfons Eismann. Als die Genehmigung ausgesprochen worden sei, hätte das Wetter an jenem Tag aber nicht beurteilt werden können. "Ein Pyrotechniker als Fachmann war eingeschaltet. Er muss entscheiden, ob das Feuerwerk durchgeführt werden kann", heißt es von Seiten der Pinzberger Gemeindeveraltung.
Jürgen Kupfer, Fachbereichsleiter "Öffentliche Sicherheit und Ordnung" im Forchheimer Landratsamt, sieht keine direkte Zuständigkeit seiner Behörde. Auch die Gemeindeverwaltung in Gosberg habe zunächst richtig gehandelt. "Soweit es sich um ein kleineres Feuerwerk handelt, kann sie die Einzelfallentscheidung treffen", sagt Kupfer. Die kleineren Feuerwerke entsprächen der Klasse 2.
Die Brandgefahr bei alten Gebäuden, die Nähe von Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Altersheimen müsse entsprechend berücksichtigt werden. Bei allem, was über die Klasse zwei gehe, muss laut Kupfer ein Pyrotechniker eingeschaltet werden. Dieser Fachmann besitzt die sprengstoffrechtliche Erlaubnis seitens des Gewerbeaufsichtsamtes für längere Zeit. "Die Gemeinde beurteilt nach Lärmschutz- und Sicherheitsgründen den Antrag. Generell bereitet das Thema Kopfschmerzen, da heutzutage zu allen möglichen Anlässen solche Feuer abgebrannt werden."

FFW will Informationen

Mario Kaul, stellvertretender Kommandant der FFW Gosberg, würde es vorteilhaft finden, von der Gemeinde über Feuerwerke und das kontrollierte Abbrennen von Feldern vorab informiert zu werden. So würden sich Fehlalarme vermeiden lassen und die Wehr hätte rechtzeitig Kenntnis von einem möglichen Risiko mit der Möglichkeit zu reagieren.

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