Bamberg

Eintreten für die Würde des Menschen

Seit 1891 habe die Welt einen rasanten technologischen Fortschritt erfahren, doch sei sie durch ihn nicht sozialer geworden. "Deshalb brauchen wir ein Funda...
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Ministerin Melanie Huml
Ministerin Melanie Huml
Seit 1891 habe die Welt einen rasanten technologischen Fortschritt erfahren, doch sei sie durch ihn nicht sozialer geworden. "Deshalb brauchen wir ein Fundament, wie wir miteinander umgehen, und dies ist die Würde des Menschen." Diese Antwort gab Staatsministerin Melanie Huml auf die Frage, welche Bedeutung die Soziallehre der Kirche für sie hat. Huml hielt die Festrede beim Landestreffen des KKV (katholischer Sozialverband) Bayern in Bamberg.
Anlass des Landestreffens war das 125-jährige Jubiläum des KKV Merkuria Bamberg und der ersten päpstlichen Sozialenzyklika "Rerum novarum". "Auch in einer schnelllebigen Zeit und trotz aller Digitalisierung brauchen wir das Zwischenmenschliche."
Deshalb müsse Politik die Würde des Menschen in allen Phasen des Lebens wahren. Als akute Bedrohungen benannte die Ministerin das Aussondern ungeborener Kinder aufgrund einer möglichen Behinderung und eine Sterbehilfe, die alte Menschen in den Suizid treibt.
Professor Peter Schallenberg sagte, der Staat müsse der Anwalt der Menschenwürde sein, da sie sonst "unter die Räder der Interessen gerate". Er formulierte die Aufgabe eines Sozialverbandes: "Der KKV soll die Menschen befähigen, über sich und ihre Möglichkeiten des Lebens nachzudenken, sich Gedanken zu machen darüber: Was wird dem Menschen gerecht?"
Der KKV Merkuria wurde 1891 gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bot er unter anderem Stenographiekurse, Englischunterricht, eine Krankenunterstützungs- und Sterbekasse und eine Stellenvermittlung an. Von den Nationalsozialisten 1938 aufgelöst, gründete sich der KKV zehn Jahre später neu. Er zählt bis heute zu den großen Ortsgemeinschaften im KKV Bayern. red

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