Ebern

Einstige Eberner Grenadiere lassen Geschichte aufleben

An das Wirken der ehemaligen Bundeswehreinheiten auf dem Gelände der Balthasar-Neumann-Kaserne in Ebern erinnert heute das Traditionsmuseum, betrieben vom K...
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An das Wirken der ehemaligen Bundeswehreinheiten auf dem Gelände der Balthasar-Neumann-Kaserne in Ebern erinnert heute das Traditionsmuseum, betrieben vom Kameraden- und Freundeskreis der ehemaligen Eberner Panzergrenadiere 101/103 und der Kameradschaft des Panzeraufklärungsbataillons 12. Es findet sich im Keller des Gebäudes der 1. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 101/103, also dort, wo früher "dienstliche Heimat" war, wie Peter Vietze, einer der Ehemaligen, berichtet.Über dem Museum ist heute das Hotel "Zum Stadl" angesiedelt. Dort trafen sich jetzt Ehemalige der Grenadiere. Sie ließen den "Grünen Schluck", eine Gepflogenheit ehemaliger Kommandeure der "Grünen" aufleben. Ihren Spitznamen verdankten die Panzergrenadiere den grünen Baretten (im Gegensatz zu den schwarzen Baretten der Aufklärer in der Garnison).
Die Kommandeure hatten, laut Vietze, zweimal im Jahr zum "Grünen Schluck" eingeladen. Zu diesen gesellschaftlichen Ereignissen kamen damals der Landrat, die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und Patengemeinden, Vertreter von Behörden und Ämtern, Feldwebel und Unteroffiziersdienstgrade."Gern gesehene Gäste waren immer Vertreter der US-Army aus Bamberg", erfährt man im Traditionsmuseum. Die jeweiligen Kommandeure blickten im geselligen Rahmen auf das jeweils letzte Halbjahr zurück, berichteten von Übungen und Manövern und vom allgemeinen Dienstbetrieb und gaben einen Ausblick auf das nächste Halbjahr. "Daneben fanden viele persönliche Gespräche statt, die für ein besseres Verständnis zwischen Militär und der Zivilbevölkerung sorgten", berichtet Peter Vietze weiter. Als vor rund einem viertel Jahrhundert bekannt wurde, dass das Bataillon aufgelöst werden sollte, gab der damalige Kommandeur, Oberstleutnant Dieter Hintelmann, den Auftrag, alles, was an das Bataillon erinnert, in den verschiedenen Kompanien zu "sammeln". Diese Exponate waren der Grundstock für das heutige Museum. Erst vor einem Jahr sei die Ausstellung um einen Raum, der das "Leben im Felde" zeigt, erweitert worden. Auch Nachbildungen militärischer Waffen wurden angeschafft. Dazu kommen Erlebnisse aus der eigenen Kompanie wie auch aus dem Bataillon, das 1992 tatsächlich aufgelöst wurde. Besonders denken die Ehemaligen an das Rommelschießen zurück, einen Wettbewerb, der den Soldaten beim Schießen, Hindernislauf, Marschieren und Orientieren viel abverlangte.
Etwas Sorge, so zeigte sich beim Treffen, bereitet den Verantwortlichen heute der Fortbestand des Museums. Erfreut ist man dagegen darüber, dass sich Ehemalige des damals aus Veitshöchheim nach Ebern ausgelagerten 2. Nachschubbataillons der Kameradschaft angeschlossen haben. red


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