Neuenmarkt

Eingliederung der Flüchtlinge klappt in Neuenmarkt sehr gut

Die Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden sowie der demografische Wandel sind für die Gemeinde Neuenmarkt zwei Kernthemen. Das machte Bürgermeister...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden sowie der demografische Wandel sind für die Gemeinde Neuenmarkt zwei Kernthemen. Das machte Bürgermeister Siegfried Decker bei einem Integrationsgespräch im Rathaus deutlich.
Gegenwärtig leben in der Gemeinde Neuenmarkt 89 Asylbewerber, davon sind 57 in der Gemeinschaftsunterkunft "Haus Ruth" untergebracht und 25 im früheren Übernachtungsgebäude, das dem DDM-Zweckverband gehört. Weitere sieben Personen wohnen in privaten Häusern.
Den Kindergarten besuchen gegenwärtig acht Flüchtlingskinder, die auch sprachlich gefördert werden. Diese bekommen laut Decker täglich zwei Stunden Sprachförderunterricht und machen beachtliche Fortschritte. Die Gemeinde mache sich Gedanken, wie die Integration gelingen könne. "Wir wollen helfen, die sprachliche und soziale Eingliederung vor allem den Kindern und Jugendlichen zu erleichtern. Wir stehen hier vor vielfältigen und neuen Herausforderungen."
Die drängendsten Fragen von Unterbringung und Erstversorgung sind nach den Worten des Bürgermeisters etwas aus dem Fokus gerückt: "Jetzt geht es mehr um Wohnlösungen, um die Sprache, um Arbeitsstellen und Arbeitsgelegenheiten, um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben."
Die Unterbringung der Asylbewerber nach ihrer Anerkennung gehöre zu den Brennpunkten bayerischer Kommunalpolitik. Dabei gebe es keine generelle Zuständigkeit der Gemeinde im Rahmen des Obdachlosenrechts. Auszugsberechtigte Flüchtlinge sollten solange in der Gemeinschafts- oder Einzelunterkunft bleiben, bis sie einen dauerhaften Wohnraum haben. Bürgermeister Decker sprach hier auch die Förderung des sozialen Wohnungsbau an.
Bei dem Integrationsgespräch wurde auch deutlich, dass man in Neuenmarkt auf einem guten Weg ist. Zwei junge Asylbewerber absolvierten gegenwärtig im Edeka-Markt Föhn und im Autohaus Förster eine Berufsausbildung, ein Dritter habe bei der Firma Bär in Leuchau eine Arbeit als Schreiner gefunden. Hinzu komme, dass die 15-jährigen Rasha Abbas in der Wirtschaftsschule Neuenmarkt ausgezeichnete schulische Leistungen erzielt habe und jetzt die FOS in Kulmbach besuche.
Ulrich Stelter nutzte die Gelegenheit, diese Leistung mit einem Geldpreis der Neuenmarkter Gemeinschaft zu honorieren. Hinzu kommt auch, dass drei junge Asylbewerber im Fußballclub Neuenmarkt und in der SG Neuenmarkt-Wirsberg aktiv sind. Stelter, der auch Integrationsbeauftragter der Gemeinde ist, stellte den Helferkreis mit Kerstin Wanderer, Inge Hoch und vielen anderen heraus. "Ohne die selbstlose Arbeit des Helferkreises wäre die Aufnahme und Eingliederung der Flüchtlinge undenkbar gewesen. Viele der Helfenden sind bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gegangen."
Mittlerweile habe sich ein sehr positives Zusammenleben entwickelt. "Integration muss von den Asylbewerbern und den Einheimischen ausgehen. Ohne Zuwanderung würden auch in unserer Wirtschaft viele Arbeitsplätze nicht besetzt werden können", sagte Stelter.
Integration sei nur über die Sprache, die Ausbildung, die Berufstätigkeit und das Vereinsleben möglich, und das werde in Neuenmarkt vorbildlich praktiziert. "Ich wünsche mir, dass die Flüchtlinge bei uns eine neue Heimat finden und nicht mehr in Angst vor Krieg, Verfolgung und Armut leben müssen", schloss Stelter. Rei.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren