Kulmbach
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Eine kleine Stadt

Auf dem Gelände des Awo-Förderzentrums leben und arbeiten Kulmbacher Kinder derzeit in der Spielstadt Mini-Ku.
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Annamarie ist als Moderatorin in Mini-Ku beschäftigt. Fotos: Katharina Müller-Sanke
Annamarie ist als Moderatorin in Mini-Ku beschäftigt. Fotos: Katharina Müller-Sanke
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katharina müller-sanke

Es ist fast wie im echten Leben: In Mini-KU muss man Geld verdienen, auf die Arbeit gehen, man braucht einen Ausweis, eine Wohnung, Essen und man will unterhalten werden. In der Spielstadt, die auf dem gesamten Gelände des Awo-Förderzentrums aufgebaut ist, gibt es Gastronomen, Maler, Baumeister, ein Arbeitsamt, eine Bank, Eventmanager und sogar eine eigene Zeitung.
Die Arbeiterwohlfahrt in Kulmbach führt die Aktion Mini-KU in diesem Jahr bereits zum 11. Mal durch. Jedes der 80 teilnehmenden Kinder kann sich dabei auf dem gesamten Gelände bewegen und selbst aktiv und kreativ werden. Christopher und Alexander zum Beispiel sind Maler in Mini-KU. Sie bemalen die Häuser, die die Bauarbeiter vorher gebaut haben. Wer genug Geld verdient, kann sich eine Wohnung in einem der Häuser mieten oder sogar ein Haus kaufen. Darin kann man dann seine Sachen ablegen oder seine Mittagspause komfortabler verbringen.
Überhaupt gibt es viele Dinge, mit denen man sein Leben in Mini-KU schöner machen kann: Man kann sich im Baumarkt mit Spielsachen eindecken, beim Designer schöne Dinge kaufen, an einer Veranstaltung - zum Beispiel einem Fußballturnier - teilnehmen oder gemütlich ins Restaurant gehen. Um sich das alles leisten zu können, gibt es viele Möglichkeiten.
Jeden Morgen vergeben die Mitarbeiter des Mini-KU-Arbeitsamtes verschiedene Jobs: Es wird alles vom Kellner bis zum Radiomoderator gesucht. Wer will, kann sich sogar selbstständig machen. So wie Amelie. "Ich möchte gerne Massagen anbieten. Fünf Minuten Massage kosten 1 Kuro. Sie hat ihr Gewerbe angemeldet und wartet nun auf Kunden. Ihre Schicht im Baumarkt fängt erst am Nachmittag an.


Nebenberufliche Bürgermeisterin

Annamarie Guttilla ist eine der Moderatorinnen im Radio in Mini-Ku. "Wir denken uns Witze aus, die wir erzählen, wir spielen Musik und machen Durchsagen", erzählt sie. Quasi nebenberuflich ist Annamarie stellvertretende Bürgermeisterin von Mini-Ku.
Annalena Bayerlein und Anne Leitner aus Kulmbach sind bei der Zeitung Mini-KU-Kurier beschäftigt. Sie sind immer auf der Suche nach der neuesten Geschichte. Ihre Titelstory für heute haben sie schon: "Ein Junge ist in die Polizeistation in Mini-KU eingebrochen. Zum Glück hat die Polizei ihn erwischt!" Die beiden Nachwuchsjournalistinnen sind - wie auch die anderen Kinder - begeistert von ihrem Job, freuen sich aber auch schon auf ihre Mittagspause in ihrem eigenen Häuschen.
Vier Kinder können sich gemeinsam ein Haus kaufen, wenn sie das nötige Kuro-Kleingeld zusammenhaben, erklärt Pia Hempfling, eine der zahlreichen Helferinnen und Helfer der Awo.
In Einzelfällen können sich auch drei Kinder ein Haus kaufen. "Dazu müssten aber zwei heiraten, dann ginge das", erklärt Pia Hempfling. Ja! Sogar heiraten geht in Mini-KU.

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