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Bad Staffelstein

Eine andere Sicht der Dinge

Details  Unter dem Titel "Fränkische Bruchstücke - Fotos und Skulpturen" bereitet die Kulturinitiative Bad Staffelstein (KIS) eine Ausstellung vor. Gezeigt werden Teile von Gegenständen und Bildausschnitte, bei denen man genauer hinsehen sollte.
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Die Fotografin Rosi Jörig sowie der Restaurator und Steinbildhauer Clemens Muth bereiten die Ausstellung derzeit vor, zu der auch ganz gut der Torso dieses Johannes Nepomuk passt. Fotos: Matthias Einwag
Die Fotografin Rosi Jörig sowie der Restaurator und Steinbildhauer Clemens Muth bereiten die Ausstellung derzeit vor, zu der auch ganz gut der Torso dieses Johannes Nepomuk passt. Fotos: Matthias Einwag
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von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Bad Staffelstein — Franken ist vielfältig. Kirchtürme und Fachwerkhäuser, Wälder, Flusslandschaften, Weinberge, Sandsteinskulpturen, Wirtshaus-Ausleger und Bocksbeutel etiketten. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Jeder hat andere Bilder im Kopf, wenn er gefragt wird, was für ihn typisch sei an Franken.
Doch es sind nicht nur die Postkartenmotive, die das Charakteristische der Region zeigen. Vor allem auch die kleinen Dinge, die Details, Bruchstücke, Scherben und Torsi machen eine Landschaft reizvoll.
Den Blick fürs Detail schärfen und aufs Wesentliche richten - das ist das Ziel einer Ausstellung der Kulturinitiative Bad Staffelstein (KIS), die derzeit von Rosi Jörig und Clemens Muth vorbereitet wird.
"Bruchstück - das hört sich so an, als ob man nur ein kleines Stück zur Verfügung hat", sagt der Restaurator und Steinbildhauer Clemens Muth aus Unterneuses. Es komme darauf an, den Blick für dieses Detail zu haben. Ein Stück eines unvollendeten Werks könne aus der Nähe betrachtet ebenso reizvoll sein wie der Blick auf einen korrodierten Gusseisenzaun.

Ausschnitt weist aufs Ganze hin

"Der Blick auf ein wesentliches Detail", fügt Rosi Jörig an, "lässt das Ganze erahnen, und das ist oft sehr reizvoll, weil man dann den Gesamtzusammenhang verstehen lernt." Fensterläden, eine Haustür, ein Stück Fachwerkbalken, das rostige Scharnier eines Scheunentors - all diese Details machten in der Summe das aus, was zu diesem Dorf oder jener Stadt gehöre.
"Aus der Not ist eine Tugend geworden", fährt Clemens Muth fort, denn durch das Auswählen und Zusammenstellen der Ausstellungsobjekte sei er nun gezwungen, sich die Dinge in seiner Umgebung etwas genauer anzusehen.
Genauer umsehen dürfen sich die Bürger am Obermain ebenfalls. Rosi Jörig (Telefon 09573/5970) ist für Tipps und Hinweise dankbar, die aus der Bevölkerung kommen. Wer aufmerksam durch sein Dorf oder durch die Natur geht, wird überall Dinge entdecken, an denen er normalerweise vorbei gehastet wäre. Seien es knorrig gewachsene Bäume, skurrile Pflanzen, optisch verfremdbare Alltagsgegenstände oder extrem im Ausschnitt vergrößerbare Ansichten von Dingen, die wir schon 1000 Mal gesehen haben.
Die Vernissage findet am 28. Mai in der Alten Darre statt; die Ausstellung wird dann bis 21. Juni zu sehen sein. Mitwirkende sind neben Rosi Jörig und Clemens Muth noch Christine Schneider, Eugen Schneiderbanger und Siegfried Mischke.
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