Zentbechhofen

Eine Maß Bier als Strafe

Die "Sängerlust" Zentbechhofen feierte 115-jähriges Bestehen. Das Schwänzen der Proben hatte in der Vergangenheit Folgen.
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Wegen des unbeständigen Wetters wurde im Zelt gefeiert und gesungen. Im Bild mit Chorleiter Vitus Kramer und seinem Akkordeon.  Fotos: Evi Seeger
Wegen des unbeständigen Wetters wurde im Zelt gefeiert und gesungen. Im Bild mit Chorleiter Vitus Kramer und seinem Akkordeon. Fotos: Evi Seeger
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"Die Veredelung des gesellschaftlichen Lebens" war eines der Vereinsziele, die in der ersten Satzung des Gesangvereins "Sängerlust" Zentbechhofen niedergeschrieben sind. 1902 wurde der Verein vom damaligen Hauptlehrer Erhard Ammon ins Leben gerufen. Jetzt feierte die Sängerlust 115-jähriges Bestehen.
Zum Schmunzeln war, was Schriftführer Wolfgang Göbel noch aus der Chronik hervorgeholt hatte: Zwanzig Pfennig Strafe mussten im Jahr 1907 Probenschwänzer zahlen. Das entsprach dem Wert von einer Maß Bier. Der Mitgliedsbeitrag war damals auf zehn Pfennig im Monat festgesetzt. Im Inflationsjahr 1923 betrug er 200 Reichsmark. Zur Fahnenweihe im Jahr 1925 kamen 34 Vereine, die beschwerlich zu Fuß oder mit der Bahn über Adelsdorf oder Ellersdorf anreisen mussten, sagt die Chronik.
Nach dem Krieg war es wieder ein Lehrer, Paul Köberlein, der den Verein zu neuem Leben erweckte. 1952, im Jahr des 50-jährigen Bestehens, gab es sogar ein Jahr lang Frauenstimmen im Chor. Auf Köberlein folgten als Dirigenten Eugen Reichel und von 1968 bis 1999 Alois Wagner, heute Ehrenchorleiter. 1999 übergab er den Dirigentenstab an Vitus Kramer, der dem Chor bis heute vorsteht. Beständigkeit habe sich auch bei den Vorständen gezeigt. Leonhard Kramer führte den Verein 40 Jahre lang. 1995 wurde er von Manfred Hahn abgelöst.
Beim Feiern macht die "Sängerlust" ihrem Namen alle Ehre. Seit dem 70-jährigen Vereinsjubiläum wird alle fünf Jahre ein "kleines Jubiläum" begangen. So auch am Samstag im Pfarrhof mit einem gemütlichen Abend im Kreise von Freunden. Mit der "Sehnsucht nach Franken", einem Lied, das von der Schönheit Frankens und dem guten Wein erzählt, stimmten die Sänger ihre Besucher ein. Im Laufe des Abends wurde noch viel gemeinsam gesungen mit Akkordeonbegleitung durch Vitus Kramer und Roland Kratz.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder und verdienter Sänger. "Eine kleine, aber feine Chorgemeinschaft, die das Leben der Ortschaft bereichert", wie der Chronist fand.
Neben Auftritten bei Konzerten, Jubiläen und kirchlichen Festen komme die Geselligkeit nicht zu kurz. Das traditionelle "Säula schlachten" gehöre ebenso dazu wie als jährlicher Höhepunkt eine mehrtägige Reise.
Die Ehrungen begleitete Vorsitzender Manfred Hahn mit herzlichen Worten. Für 50 Jahre Singen im Chor konnte er Alfons Burkard, Alfons Lechner und Josef Lunz mit Urkunden und Ehrennadeln, sowie dem Ehrenausweis des Fränkischen Sängerbundes auszeichnen. Seit 40 Jahren gehört Erhard Spindler dem Chor an. Wolfgang Göbel und Gerhard Winkler leihen dem Männerchor seit 25 Jahren ihre Stimme. Heinz Mulzer und Hannes Reichel haben sich vor zehn Jahren zum Chor gesellt.
Vereinsurkunden gab es für passive Mitglieder. 60 Jahre unterstützen Josef Leyh, Andreas Neuner, Hans Ruß und Alfred Wolf die Sängerlust. 50 Jahre halten Richard Lunz, Fritz Öffner, Bernhard Ruß, Adam Schwandner, Otto Starklauf, Alois Wagner dem Verein die Treue. Thomas Sperlein, Gerhard Winkler, Vitus Kramer wurden für 40-jährige Mitgliedschaft und Arnold Bayer, Bernd Hippacher, Andreas Lunz und Robert Wolf für 25 Jahre im Verein ausgezeichnet.
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