Kronach
Stadtoase 

Eine Backstube im Freien

Die Umweltbildungs-Einrichtung der Bund Naturschutz Kreisgruppe Kronach zieht eine Zwischenbilanz bis zu den Sommerferien. 1800 Kinder und Jugendliche waren jeweils einen Schulvormittag ganz aktiv dabei.
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Im Freien macht das Backen gleich mehr Spaß! Foto: privat
Im Freien macht das Backen gleich mehr Spaß! Foto: privat
Eine Juliwoche lang verwandelte sich die Stadtoase in eine Backstube im Freien. Auf einem Tisch warteten die bereitgestellten Backzutaten wie Körner und Vollkornmehl von verschiedenen Getreidearten, Quark, Eier, Butter, Zucker. Keine große Vielfalt ist notwendig für vielerlei Backwaren, eher ein Grundsortiment.
Und schon waren Stimmen der nahenden Bäcker zu hören. Es waren die Kinder der zweiten Jahrgangsstufe der Lucas-Cranach-Schule. Sie hatten einen kurzen Weg vom Klassenzimmer bis zum Gelände der Stadtoase am Kaulanger, wo die Umweltbildungseinrichtung der Bund Naturschutz Kreisgruppe Kronach ihr Domizil hat und von wo aus sie auch mit ins Auto verladener Stadtoase-Ausrüstung zu Schulen im Landkreis startet. Aber besonders schön ist es, wenn in der Streuobstwiese um den bunten Bauwagen reger Betrieb herrscht und auch Vorbeikommende sich einfach neugierig dazugesellen.


Rußig vom Backofenbau

Am Stadtoase Backtag gab es alle Hände voll zu tun, nicht gleich mit Mehl bestäubt, wie erwartet, sondern rußig schwarz vom Backofenbau! Auf Schamotteplatten als Ofenboden wurden drei Etagen Ziegelsteine nur geschichtet, nicht gemauert. Auf diese Weise kann sich jede Klasse zu Beginn einen Ofen für ihren Backtag selbst bauen und einheizen. Und immer noch nicht ging es ans Teig rühren und kneten - nein Stopp! Wer kennt sich aus mit den einheimischen Getreidearten, erkennt im wogenden Grashalmemeer der Stadtoase neben Wiesenhafer und Knäuelgras dazugesteckte Halme von Hafer, Dinkel und dem fast zwei Meter hohen Roggen anhand ihrer größer ausgebildeten Körner? Diese auf die Hand genommen und verkostet, zeigten feine Unterschiede in Farbe, Form und Härte. Nun genug der Getreidetheorie.
Jetzt ging es für die drei Backteams an die Arbeit: an das Mahlen von Dinkel am großen Mahlstein, an das Flocken von Haferflocken, ans Rühren, Kneten, Ausformen und Backen von Roggenknäckebrot, Haferflockenkeksen und Dinkelbrötchen. Zwischendurch und für die eigene Ausrüstung ganz wichtig konnte sich jedes Kind ein Teig- oder Brotzeitbrett schmirgeln und verzieren. Diese dufteten noch sägewerkfrisch und wurden extra für Stadtoase von der Firma Wich Schwarz in Marktrodach gehobelt und zurechtgeschnitten. Bald dufteten aber die fertig gebackenen Kekse und Knäckebrote, die auf das Ofendach gelegt, nur mit Unterhitze auskamen. In den Ofenbauch wurden die dicken kugelrunden Dinkelbrötchen geschoben und zum Schluss dann ganz heiß mit zerlaufener Butter verkostet. Dabei machte so manches "Hm" die Runde.
Mit Stadtoase unterwegs gab es in diesem Jahr oft eine kulinarische Kostprobe. Als es im Frühling bei mancher Heckenexkursion sehr kalt war, hieß es: "Sammelt trockenes Reisig und Brennnesseln. Wir backen heute Brennnesselpfannkuchen!" So wärmten sich alle ein bisschen am Kochfeuer und an den knusprigen heißen Brennnesselpfannkuchen, die wirklich nicht mehr brannten.
So erfrischte an warmen Junitagen unterwegs zubereitete Holunderlimonade. In einer Outdoorküche neben der Picknickdecke schmeckt man die Landschaft wirklich ein bisschen mit. 1800 Kinder und Jugendliche waren von Januar bis Juli mit Stadtoase naturerforschend draußen unterwegs, aktiv, engagiert und interessiert bis zum vorletzten Schultag vor den Sommerferien. Da kamen die Schüler der achten Klassen der Neukamschule mit ungebremster Kondition zum Bodentiere suchen und bestimmen in die Stadtoase und am ersten Ferientag war es die Jugendgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Burkersdorf. Nun hat Stadtoase Sommerpause bis Beginn des neuen Schuljahres. red
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