Forchheim

Ein prickelnder Konzertabend mit kriminell guten Liedern

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Der Chor des Jungen Theaters beim Konzert  Foto: Hitschfel
Der Chor des Jungen Theaters beim Konzert Foto: Hitschfel

von unserem Mitarbeiter 
Alexander Hitschfel

Forchheim — Das Konzert erwies sich am Ende als so ungewöhnlich und extravagant, wie es der Titel versprochen hatte: "messa di voce ... goes underground". Der Chor des Jungen Theaters Forchheim (JTF) hatte sich für seinen Auftritt im Erlebnismuseum Rote Mauer, der im Rahmen der Criminale stattfand, die angemessen kriminellen Lieder ausgesucht.
Mit dem Stück "Bohemian Rhapsody" begann der Chor seine musikalische Verbrechenstour. In diesem Lied, mit dem die Band Queen in aller Welt bekannt geworden ist, geht es unter anderem um den Beelzebub. Nicht minder bekannt war das zweite Stück an diesem Abend. Im Mackie-Messer-Song aus Berthold Brechts "Dreigroschenoper" werden die Verbrechen des Gangsters Macheath vertont.

Warten auf die Hinrichtung

Anschließend nahmen sich die Sänger ein holländisches Traditional mit dem Titel "Koopmans Son" vor. Darin wird die Geschichte von einem Kaufmannssohn erzählt, der im Gefängnis wegen verschiedener Straftaten auf seine Hinrichtung wartet.
Ein wahrer Ohrenschmaus an diesem Abend war das Lied "Jeanny" des bekannten österreichischen Sängers Falco. Hervorstechend war hier das tolle Solo von Alex Sauer. Bevor es für den Chor in eine Pause ging, thematisierte er mit Suzanne Vegas Song "Luka" noch häusliche Gewalt.
Mit "I need a dollar" und dem bekannten Hazy-Osterwald-Sextett-Klassiker "Kriminaltango" endete der offizielle Teil eines wirklich klangvollen, hochklassigen und schaurig-schönen Konzertabends, der im passenden Ambiente der einstigen Kasematten veranstaltet wurde. Chorleiter Ingo Behrens forderte auch diesmal wieder einiges von seinem Chor, überforderte ihn aber nicht. Der 23-köpfige Chor erntete den verdienten Applaus.


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