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Kulmbach

Ein farbiger, flexibler und feierlich gediegener Auftakt

von unserem Mitarbeiter  Stephan Herbert Fuchs Kulmbach — Es ist ein klangvolles Ensemble, gut aufeinander eingespielt, in sich stimmig und harmonisch. Das um den Münchner Pianiste...
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Das Holzbläserquintett "Simple Music for five" und der Pianist Egmont Gabler haben in der Spitalkirche die 31. Kulmbacher Kirchenmusiktage eröffnet. Im Bild (von links) Egmont Gabler, Heike Kindermann, Inga Däubner, Peter Blania, Markus Fromm und Jeanette Höfer.  Foto: Stephan Herbert Fuchs
Das Holzbläserquintett "Simple Music for five" und der Pianist Egmont Gabler haben in der Spitalkirche die 31. Kulmbacher Kirchenmusiktage eröffnet. Im Bild (von links) Egmont Gabler, Heike Kindermann, Inga Däubner, Peter Blania, Markus Fromm und Jeanette Höfer. Foto: Stephan Herbert Fuchs
von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Kulmbach — Es ist ein klangvolles Ensemble, gut aufeinander eingespielt, in sich stimmig und harmonisch. Das um den Münchner Pianisten Egmont Gabler ergänzte Holzbläserquintett "Simple Music for five" mit dem Kulmbacher Peter Blania eröffnete am frühen Sonntagabend in der Spitalkirche die 31. Kirchenmusiktage.


Holzbläser und Tastenvirtuose

Dabei standen unter dem Motto "Holzbläserquintett und Tastenvirtuose" Werke der Klassik, der Romantik und der Moderne auf dem Programm. Die 1990 gegründete Formation besteht aus Heike Kindermann (Flöte), Inga Däubner (Oboe), Jeanette Höfer (Klarinette), Markus Fromm (Fagott) und Peter Blania (Horn).
Seine Stärken zeigt der Zusammenschluss gleich zu Beginn im B-Dur-Quintett op. 56 Nr. 1 von Franz Danzi (1763 - 1826), ein etwas in Vergessenheit geratener Komponist zwischen Klassik und Romantik. Virtuos und mit Belcanto-Anklängen, dann wieder sehnsüchtig romantisch oder klassisch idealistisch, all dies fügen die Interpreten mit klarem Formbewusstsein bei detailreicher Artikulation und einem feinen Gespür für harmonische Schattierungen zu einem Ganzen.
Mit einer zeitgenössischen Eigenkomposition des Münchner Komponisten, Fagottisten, Autors und Verlegers Klaus Obermayer (1943 - 2009) lässt "Simply music for five" im zweiten Programmpunkt aufhorchen: "Reminiszenzen für Klavier und Holzbläserquintett" heißt seine eigenwillige Komposition. Witzige Wendungen, Takt- und Dynamikwechsel bestimmen das Bild der eher ernsten Komposition mit ihrer ganz eigenen Tonsprache. "Ein typischer Obermayer eben", so kündigte Klarinettistin Jeanette Höfer die "Reminiszenzen" an , die das Quintett zusammen mit Egmont Gabler wunderbar realisieren.


Überaus hörenswert

Im zweiten Teil gibt es dann mit August Friedrich Martin Klughardt (1847 - 1902) zunächst wieder einen ziemlich vergessenen Komponisten. Auch sein Quintett op. 79 ist in der Interpretation der Formation überaus hörenswert und berührt vor allem durch seine ausdrucksvollen Sätze. Die fünf Musiker pflegen einen flexiblen und gesanglichen Ansatz. Der Ton ist gerade, die Übergänge werden grandios gestaltet. Überhaupt ist das Quintett des Liszt- und Wagner-Verehrers Klughardt das farbigste und das abwechslungsreichste von allen vier Werken dieses Abends.
Am Ende dann noch einen echten Klassiker, das Quintett Es-Dur op. 16 von Ludwig van Beethoven. In der feierlich gediegenen und aufs äußerste akkurat musizierten Komposition zeigen die fünf Musiker noch einmal, dass sie bestens aufeinander eingespielt sind. Am Ende bedankten sich die Musiker bei dem zahlreich erschienen Publikum in der Spitalkirche mit einem Satz aus einem Quintett von Klaus Obermayer.

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