Neudrossenfeld

Ein erlesener Genuss

Der Auftritt von Rekkenze Brass in der Neudrossenfelder Markgrafenkirche war für die Besucher wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.
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Überzeugten in jeder Hinsicht ihr Publikum: die Blechbläser von Rekkenze Brass Foto: Horst Wunner
Überzeugten in jeder Hinsicht ihr Publikum: die Blechbläser von Rekkenze Brass Foto: Horst Wunner
Der Besuch eines Konzerts von Rekkenze Brass im Advent ist wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Nicht tränenreich oder deutschtümelig wie viele ähnliche Darbietungen kurz vor dem Fest, sondern immer wieder voller Überraschungen, international und mit dieser unnachahmlichen persönlichen Note der Blechbläser der Hofer Symphoniker.
Peter Knudsvig, Trompeter und Arrangeur, Benjamin Sebald (Trompete), Matthias Lampl (Posaune), René Jampen ( Posaune) und Rainer Streit (Tuba) machten den frühen Abend im prächtigen Ambiente der Markgrafenkirche zum erlesenen Genuss.
Der Bogen spannte sich von Michael Praetorius und Wolfgang Amadeus Mozart bis zu Claude Debussy, Béla Bartók und Jaques Offenbach.Variantenreich, in bestechender Klarheit und farblich exakt abgestimmt, kamen die Kompositionen lupenrein ans Ohr.


Zu den Sternen

Bei der Bachschen Suite aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach erlag man schnell dem Zauber strömenden Klanges, die Interpreten besaßen stets die Lufthoheit in sensibler Durchlässigkeit, während die Sonaten von Mozart fast zu den Salzburger Sternen im hohen Blechbläserhimmel führten. Ansatzloses Spiel, majestätisch das Adagio, Blaskraft, die in energiegeladenem Jubel endete.
In der Suite von Debussy loteten die Virtuosen alle Facetten ihrer Instrumente aus, fanfarengleiches Echo und später die zarte Liasion zwischen Mann und Blech. Bezaubernd schön die Barcarolle aus "Hoffmanns Erzählungen", die Akkorde breiteten sich im Gotteshaus wie fein gewobenes Gold aus.
Das Quintett erwies sich erneut als homogenes Ganzes, die glanzvollen Solopassagen erhöhten nochmals die Zuneigung. Zum Finale wurde ein Medley mit dem Titel "A Hollywood Christmas" gewählt - im beschwingten Rhythmus und mit bluesigen Sequenzen. Man bekam dadurch Lust auf noch mehr, zwei Zugaben folgten bereitwillig.


Markenzeichen: der Abgang

Und natürlich durfte ein Markenzeichen von Rekkenze Brass nicht fehlen: Der Abgang des Ensembles einzeln, übrig blieb Tubist Rainer Streit, während die Kollegen bereits hinter dem Altar versteckt letzte Grüße an das heftig applaudierende Publikum sandten.

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