Kulmbach

Ein bewegtes Leben: Gerda Strobel 90

Kulmbach — Großer Bahnhof im Gasthof Wehner in Fölschnitz: Gerda Strobel aus Kulmbach, die ein überaus bewegtes Leben hinter sich hat, feierte ihren 90. Geburtstag. Sie freute sich...
Artikel drucken Artikel einbetten
Im Gasthof Wehner, Fölschnitz, feierte Gerda Strobel (vorne, Mitte) im Kreis ihrer Familie sowie vieler Gäste ihren 90. Geburtstag.  Foto: Katharina Feulner
Im Gasthof Wehner, Fölschnitz, feierte Gerda Strobel (vorne, Mitte) im Kreis ihrer Familie sowie vieler Gäste ihren 90. Geburtstag. Foto: Katharina Feulner
Kulmbach — Großer Bahnhof im Gasthof Wehner in Fölschnitz: Gerda Strobel aus Kulmbach, die ein überaus bewegtes Leben hinter sich hat, feierte ihren 90. Geburtstag. Sie freute sich besonders über die Glückwünsche ihrer Enkelin Simone Thomas, die ebenfalls Geburtstag hatte.
Gerda Strobel wurde in Sagern in Schlesien geboren, wo ihre Eltern ein Hotel besaßen. Nach Beendigung der Schule erlernte sie den Beruf der kaufmännischen Angestellten. Im Februar 1945 mussten sie und ihre Mutter vor der Roten Armee fliehen. Da Sagern eine Garnisonsstadt war, konnten die junge Gerda und ihre gelähmten Mutter mit einem Lazarettzug entkommen. In Dresden erlebten die Frauen die Bombardierung und das Flammeninferno.
Daraufhin verschlug es sie nach Eger im Sudetenland, wo Gerda als Buchhalterin arbeitete. "Bis Juli 1945", erzählt die Jubilarin, "dann haben uns die Tschechen rausgeschmissen.” In Waldsassen fanden sie und ihre Mutter, die 1949 starb, eine Bleibe. Dort traf sie auch den Vater und den Bruder wieder, die aus russischer Gefangenschaft entlassen worden waren.

Sohn ist Bürgermeister

Über Zwischenstationen in Selb und Bad Berneck kam die junge Frau 1956 nach Kulmbach: "Da habe ich wieder als Buchhalterin gearbeitet, unter anderem bei Neef und Saum & Viebahn." In Kulmbach lernte sie auch ihren Ehemann kennen, der aus Leupoldsgrün stammte und in einer Kulmbacher Bäckerei arbeitete: "Da habe ich eingekauft, und so haben wir uns getroffen." 1969 wurde geheiratet, in die Ehe brachte sie einen Sohn mit - Volker Schmiechen, der heute Bürgermeister in Untersteinach ist. 46 Jahre war Gerda Strobel verheiratet, bis ihr Ehemann im Januar plötzlich starb.
Glückwünsche überbrachten Landrat Klaus Peter Söllner, der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm sowie Pfarrerin Bettina Weber aus Mangersreuth. Von der großen Familie aus München, aus dem Erzgebirge, aus Magdeburg, aus dem Harz und aus Wunsiedel waren viele Verwandte angereist, um Gerda Strobel hochleben zu lassen. kf



Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren