Kloster Banz

Ein ausgesprochen gelungener Abschluss - und eine recht positive Bilanz

Der Abschluss gelang in origineller Manier. Die 27. Saison der "Kammerkonzerte auf Kloster Banz" ist seit Sonntag passé, aber das dazugehörige Konzert dürft...
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Nach dem Konzert ließen sich die hochkonzentrierten Musiker glatt zu Ausgelassenheiten hinreißen. Von links nach rechts: Zsófia Magyar, Quinten de Roos, Michael Hamann, Indrek Leivategija und Wolfram Hauser Foto: Markus Häggberg
Nach dem Konzert ließen sich die hochkonzentrierten Musiker glatt zu Ausgelassenheiten hinreißen. Von links nach rechts: Zsófia Magyar, Quinten de Roos, Michael Hamann, Indrek Leivategija und Wolfram Hauser Foto: Markus Häggberg
Der Abschluss gelang in origineller Manier. Die 27. Saison der "Kammerkonzerte auf Kloster Banz" ist seit Sonntag passé, aber das dazugehörige Konzert dürfte schwer in Erinnerung bleiben. Der Kaisersaal erlebte Tiefgänge und Ausblicke.
70 Prozent der Stühle wurden über die Spielzeit hinweg von Publikum besetzt, so die Statistik des ausrichtenden Vereins "Kammermusik auf Banz". Sein künstlerischer Leiter ist der Bamberger Cellist Achim Melzer. Folgt man seiner Bewertung, so hat man es mit einem noch nach oben hin schon luftigen Erfolg zu tun. Oder klarer ausgedrückt: Es ist gut, könnte aber noch besser sein. So viel zum Ausblick, der Tiefgang gehörte der Musik und ihren Schöpfern zwischen Crusell, Mozart, Schubert oder Francaix. Konzerte mit einer Mixtur aus bekannten und unbekannten Komponisten sind immer wieder Ausweis der Konzerte auf Kloster Banz. Das gilt auch für das Schaffen von Rahmen, dann, wenn in gewissen Abständen besondere Instrumente bedacht werden. So wie auch mit der Oboe und ihren Gattungen geschehen. Mit Zsófia Magyar gastierte eine der virtuosesten Oboistinnen und Englischhornistinnen im Kaisersaal. Sie, wie auch die Violinisten Quinten de Roos und Michael Hamann sowie Bratschist Wolfram Hauser und Cellist Indrek Leivategija sind allesamt Preisträger, Meisterklassenabsolventen und Mitglieder der Bamberger Symphoniker.


Heitere Brummigkeit

Den Auftakt machte das Werk eines relativ unbekannten finnischen Meisters: Bernhard Crusell (1775-1838). Sein Divertimento in C-Dur gilt als eines der schönsten und expressivsten Werke in der raren Quintett-Besetzung mit Oboe, zudem noch als mäßig im technischen Anspruch. Umso hörbarer also war die besondere Lebhaftigkeit und Wärme, in das beispielsweise das Allegro gebettet wurde. Der zweite Star dieser Besetzung ist nämlich im Grunde das Cello. Leivategija verlieh diesem vom Auftakt an eine Art heitere Brummigkeit, welche die lyrischen Ausflüge der Oboe einfasste. Ein gleichfalls interessantes Allegro hatten die Musiker, diesmal ohne Beteiligung Magyars, bei Mozarts Streichquartett in B-Dur (KV 589) zu bewältigen.
Dessen aufbrausendes Wesen, gepaart mit einer in Feinarbeit abzuleistender sortierter Stimmvermengung bei offen wirkendem Schluss, dürfte zu den Highlights der Streicher an diesem Vormittag gezählt haben. Ein weiteres Mal, nun im Larghetto, durfte Leivategija durch das Aufgreifen und das Wiederholungen des Leitthemas Akzente setzen, wobei das Ensemble, so schien es, phasenweise gar die absichtsvolle Nähe zur Dissonanz suchte.


Vorfreude auf kommende Saison

Noch viel hatte der Vormittag für die wohl 150 Gäste im Saal zu bieten und wollte man ein Beispiel für die Sichtbarmachung von Musik geben, so müsste man auf Charles Koechlins (1867-1950) Monodie für Oboe aus "Le repos de Tityre" verweisen.
Wie sichtbar Magyar hier Melodien beatmete, sie mit die Oboe kreisenden Bewegungen bewegte, zu ihnen ausholte und sie erarbeitete, lässt erahnen, welche Leistungen vollbracht werden.
Mit einem bewegenden Streichquartett Franz Schuberts und einer Art Vermählung von Jazz und Belle Époque bei Jean Francaix (1912-1997) klang der Vormittag aus. In Vorfreude auf die kommende Spielzeit.

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