Himmelkron

Ein Weihnachtsfest, das US-Soldat Lonnie Henderson nie vergessen wird

An eine Weihnachtsgeschichte der besonderen Art erinnert sich Lonnie Henderson, ein ehemaliger Soldat der United States Air Force. In den frühen 60er Jahren...
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An eine Weihnachtsgeschichte der besonderen Art erinnert sich Lonnie Henderson, ein ehemaliger Soldat der United States Air Force. In den frühen 60er Jahren war er in Deutschland stationiert. In der Gemeinde Himmelkron erlebte er ein ganz besonderes Fest. Was damals geschehen war, schrieb er nun in einem anrührenden Brief an die Gemeinde:


Heiligabend in Himmelkron

Es ist das Jahr 1962. Henderson ist ein junger Familienvater, der in der Kaserne Hof stationiert ist. Drei Wochen vor Weihnachten besuchten ihn seine Frau und seine zweijährige Tochter.
Obwohl nicht viel Geld übrig war, nachdem er seiner Familie den Flug nach Deutschland bezahlt hatte, mietete Henderson ein Appartement im 30 Kilometer entfernten Himmelkron. Dabei handelte es sich keineswegs um eine luxuriöse Unterkunft, sondern um eine minimalistisch eingerichtete Drei-Zimmer-Wohnung im dritten Stock eines alten Landhauses.
Es war ein klirrend kalter Winter, wie Henderson sich erinnert. Die Kälte im Fichtelgebirge, das er liebevoll "Bayerisches Sibirien" nennt, durchdrang die Hauswände.
Am Heiligabend wurden die verheirateten Soldaten ausnahmsweise von ihrer Flugschicht am Nachmittag befreit. Trotz seines knappen Budgets nutzte Henderson die kurze Zeit, die ihm blieb, um in der Hofer Innenstadt wenigstens ein kleines Geschenk für seine Tochter zu besorgen - jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht fuhr er zurück nach Himmelkron und versuchte gemeinsam mit seiner Familie im nahegelegenen Bad Berneck sein Glück, doch auch dort hatten alle Geschäfte bereits geschlossen.
Zu allem Übel streikte noch das Auto, und die Familie steckte fest, inmitten des verschneiten "Bavarian Siberia". Glücklicherweise wohnte in einem nahen Anwesen ein Kasernenkamerad Hendersons, der sich erbarmte, die Familie zurück zu ihrer Unterkunft zu bringen.
Angekommen in der engen und ungemütlichen Wohnung, versuchten die Eltern mit einer kaputten Lichterkette und einem kleinen Weihnachtsbaum, den Henderson spontan im Wald gesägt hatte, für ein Mindestmaß an weihnachtlicher Atmosphäre zu sorgen.
In den Räumen blieb es jedoch kalt und ungemütlich, und der junge Familienvater begann sich damit abzufinden, dass es wohl ein sehr einsames und melancholisches Weihnachtsfest werden könnte. Bis es plötzlich an der Tür klopfte.


Das Weihnachtsfest gerettet

Es war der Hausbesitzer, der Henderson darum bat, mit ihm nach unten zu kommen. Der Soldat, der sich schon Sorgen machte, etwas verkehrt gemacht zu haben, war erstaunt, als der Hausherr auch die Frau und Tochter darum bat, ihm zu folgen. Gemeinsam gingen sie nach unten und betraten das Wohnzimmer des Vermieters, schön geschmückt und angenehm warm.
Obwohl sie sich erst kurz kannten und nur gebrochen verständigen konnten, denkt Henderson zurück an einen sehr geselligen Abend. Man aß und trank miteinander und verbrachte gemeinsam eine schöne Zeit. Erst am späten Abend kehrte die Familie gut gesättigt wieder in ihre Wohnung zurück.
Viele Weihnachtsabende sind in Lonnie Hendersons Leben seitdem vergangen. Aber kaum einer davon, so schreibt er an die Gemeinde, blieb ihm so gut in Erinnerung wie jener Heiligabend in Himmelkron, den der Hausherr durch seine Gastfreundschaft zu etwas ganz Besonderem machte.

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