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Kulmbach

Ein Wald für Generationen

Erich Passing (60) aus Veitlahm schwingt sich auf sein Motorrad und braust los. 18 Hektar Wald gilt es zu kontrollieren am Patersberg und bei Wernstein. Pas...
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Erich Passing auf Borkenkäferkontrolle in seinem Wald Foto: Adriane Lochner
Erich Passing auf Borkenkäferkontrolle in seinem Wald Foto: Adriane Lochner
Erich Passing (60) aus Veitlahm schwingt sich auf sein Motorrad und braust los. 18 Hektar Wald gilt es zu kontrollieren am Patersberg und bei Wernstein. Passing ist Waldbauer im Nebenerwerb, hauptberuflich arbeitet er als Beamter. "Wirtschaftlich rentiert sich der Wald nicht. Unterm Strich bleibt kaum was übrig", gibt er zu. Für ihn ist Waldarbeit ein Ausgleich. Er genießt die Ruhe, die frische Luft, das Vogelgezwitscher und den Geruch von frischem Holz.
Die stundenlangen Kontrollfahrten macht er abends oder an den Wochenenden. Dabei hält er Ausschau nach braunen Nadeln, abgestorbenen Ästen und harzigen Stämmen. "Der Baum trauert", so beschreibt es Passing. Ab und zu begutachtet er die Bäume aus der Nähe. Einige davon hat er vor 30 Jahren selbst gepflanzt, sie eingezäunt und immer wieder ausgemäht, damit sie weder Rehe noch hohes Gras am Wachsen hindern. "Es ist wie ein Schicksalsschlag, wenn da der Borkenkäfer drin ist", sagt Passing. Etwa 50 Fichten musste er dieses Jahr bereits fällen. Er habe schon erlebt, wie ein gesunder Baum innerhalb von vier Wochen vollkommen kahl war. "Der Borkenkäfer ist unberechenbar. Er taucht dort auf, wo man ihn nicht vermutet", so der Waldbauer. Normalerweise kommt der Schädling an sonnigen Südhängen vor, aber auch an weniger exponierten Westhängen hat er Nester gefunden.
"Schnell wie die Feuerwehr" muss es dann gehen, jeder Tag zählt. Der Waldbauer fällt den betroffenen Baum und schafft mit Traktor und Anhänger die Meterstücke aus dem Wald, übrige Äste und Rinde räumt er genauso weg, auch darin könnte der Borkenkäfer hausen.
"Die Fichte ist mein Problembaum", gibt Passing zu. Neben Kiefern, Eichen und Buchen besteht sein Wald etwa zur Hälfte aus Fichten. Die hat sein Vater in den 1950er Jahren gepflanzt. "Damals war die Fichte der Lebensbaum. Sie hat sich besser verkauft, wächst schneller und den Rehen schmeckt sie kaum - im Gegensatz zu Laubhölzern." Klimawandel oder sauren Regen kannte Passings Vater nicht. Heute schwächen diese Faktoren die damals so praktische Baumart, sie ist anfälliger für Schädlinge. Der Waldbauer möchte weg von der Monokultur, Mischwälder sind robuster. Für die Fichten, die er fällt, pflanzt er andere Baumarten. Verkauf ist für ihn kein Thema. Der Waldbauer sagt: "Ich möchte den Wald an die nächste Generation weitergeben." alo

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