Neuses
Wirtschaft 

Ein Stück Silicon Valley in Neuses

Valeo hat in Neuses ein Forschungszentrum für Schalter- und Sensorentechnik eröffnet. Insgesamt bietet das Zentrum 35 Mitarbeitern Platz. Doch nicht alle Arbeitsplätze sind aktuell besetzt.
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Stiv Smudja, Joachim Mathes und Jörg Schrepfer haben das neue Forschungszentrum vorgestellt. Foto: Veronika Schadeck
Stiv Smudja, Joachim Mathes und Jörg Schrepfer haben das neue Forschungszentrum vorgestellt. Foto: Veronika Schadeck
Veronika Schadeck

Valeo eröffnete am Mittwoch in Neuses unabhängig vom bestehenden Wischerwerk ein Büro für Schalter- und Sensorentechnik. Klingt einfach, aber es steckt viel dahinter. Geschaffen wurde nämlich ein Forschungszentrum für Fahrerassistenzsysteme, deutschlandweit einmalig im Valeo-Konzern. Das heißt, dort werden "schlaue Autos" quasi mitentwickelt. Dadurch soll beispielsweise das Parken einfacher werden, das Auto bald per Knopfdruck oder vom Handy aus alleine rangiert werden können. Elektrische Sensoren soll dafür das Umfeld um das Auto erkennen können.
Anhand der Worte des Entwicklungschefs, Joachim Mathes, und des Geschäftsführers von der Valeo Schalter und Sensoren GmbH Bietigheim, Stiv Smudja, merkte man, bei Fahrassistenzsystemen schlägt deren innovatives Herz höher.
So ist Mathes überzeugt, dass elektronisch gesteuerte Fahrassistenten im Automobilbau immer wichtiger werden. "Der Faktor Sicherheit und damit auch die Sensorentechnik werden einen immer höheren Stellenwert einnehmen." Dabei gehe es beispielsweise auch darum, dass ein Laser das komplette Fahrzeugumfeld über große Distanzen auf mehreren Ebenen beobachtet. Damit bewege sich der Kraftfahrer sicherer etwa im Stau, auf der Landstraße und auf der Autobahn. "Es wird rasante Fortschritte geben. Kamera- und Parksysteme werden künftig verstärkt als Serienausstattung zählen", ist Mathes überzeugt.
Kronach kann nun stolz sein auf diesen neuen Valeo-Forschungsstandort für Fahrassistenzsysteme. Ausschlaggebend für den Neuses sei unter anderem das motivierte Team gewesen, so Mathes. Derzeit sind elf Ingenieure bei der neu gegründeten Valeo Schalter und Sensoren GmbH in Neuses beschäftigt. Das neue Büro bietet aber Platz für 35 Ingenieure. Es wird nun die Herausforderung sein, diese hoch qualifizierten Arbeitsplätze zu belegen. "Wir sind aber zuversichtlich, gute Leute zu finden", so Mathes.
Der Standortleiter für Fahrassistenzsysteme von Neuses, Jörg Schrepfer, sprach vom Schwerpunkt der Arbeit hier vor Ort nämlich das "Forschen für autonomes Fahren". Geschaffen werden soll zudem eine Halle für drei Testfahrzeuge. Bei den Forschungsarbeiten wird eine Zusammenarbeit mit dem Büro im Silicon Valley und dem Zentrum in Paris gepflegt. Schrepfer hob weitere Standortvorteile von Kronach hervor. Der Tettauer sprach von der Nähe zu den Automobilherstellern wie zu Audi nach Ingolstadt. Selbst Wolfsburg könne man schnell erreichen. Weiterhin erwähnte Schrepfer das Innovationszentrum in Kronach sowie die Nähe und die Bindungen zu acht Hochschulen im Umkreis von 100 Kilometern. Und so sind im Team in Neuses schon jetzt Mitarbeiter aus mehreren Nationalitäten vertreten. Auch künftig hoffe man, von dort junge Leute für eine Festanstellung, für Praktika oder wissenschaftliche Arbeiten gewinnen zu können. Gefragt im Neuseser Forschungszentrum sind Leute wie Informatiker, Mathematiker oder aus den Fachbereichen Robotik, Elektrotechnik oder IT.
Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann bezeichnete die Entwicklung im Bereich autonomes Fahren in besonderem Maße als interessant für den Standort Kronach. "Valeo geht damit in Vorleistung für die Automobil-Hersteller und gibt der Mobilität eine neue Dimension." Die Stadt sei dabei gerne Partner der Wirtschaftsunternehmen, betonte sie.
"Kronach ist bald Silicon Valley", sagte stellvertretender Landrat Gerhard Wunder. Er sieht es als Aufgabe an, jungen Menschen klarzumachen, dass es auch in der Heimat hoch qualifizierte und attraktive Arbeitsplätze gibt. In diesem Zusammenhang betonte Wunder, dass es auch bezüglich "weicher Standort-Faktoren" in den letzten Jahren einiges in der Region bewegt worden sei.

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