Kronach

Ein Sieger im "Vier-Viertel-Takt"

Wettlauf  Bereits zum vierten Mal in Folge setzte sich Stefan Wicklein beim Viertelmeisterlauf gegen seine Rivalen durch.
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Bei all der Anstrengung hochwillkommen: ein Becher voll Bier. Allerdings müssen die Bräuknechte ihn mit einem Schluck leeren. Viertelmeister Stefan Wicklein, der spätere Sieger, schaut zu (rechts).  Foto: Matthias Hoch
Bei all der Anstrengung hochwillkommen: ein Becher voll Bier. Allerdings müssen die Bräuknechte ihn mit einem Schluck leeren. Viertelmeister Stefan Wicklein, der spätere Sieger, schaut zu (rechts). Foto: Matthias Hoch
von unserer Mitarbeiterin heike schülein

Kronach — Ein siegessicheres Lächeln vor dem Viertelmeisterlauf, ein siegersicheres Lächeln nach dem Viertelmeisterlauf: Viertelmeister Stefan Wicklein war sich nach seinen Erfolgen 2009, 2011 und 2013 durchaus seiner Favoritenrolle bewusst.
Jede Serie reißt einmal, sollte man meinen - aber noch nicht in diesem Jahr: Auch heuer machte der Meister des zweiten Viertels mit seinen beiden Bräuknechten Ricardo Ciolka und Christian Grebner im wahrsten Sinne des Wortes das "Rennen" und ließ den anderen drei Teams keine Chance. Der historische Wettkampf sorgte wieder für beste Unterhaltung. Erneut mussten die Teilnehmer, die in originalgetreuen Gewändern antraten, aufgrund der Verletzungsgefahr keine vollen Fässer schleppen. Dennoch: Ein 70-Liter-Fass zu stemmen, ist keineswegs ohne.
Jedem Viertelmeister standen zwei Bräuknechte zu Seite. Angefeuert von den vielen Zuschauern mussten diese das Tragegestell aufnehmen und über eine Holzplanke zu ihrem Viertelmeister rennen. Dieser brachte das Fass am Tragegestell an und begleitete seine beiden Bräuknechte rennend auf dem Weg ins Ziel - wieder zurück über die Holzplanke. Kurz vor dem Ziel war Trinkfestigkeit angesagt, mussten die Bräuknechte doch einen Becher Bier trinken - in einem Schluck, versteht sich! Der Viertelmeister erinnert damit an die schwere Arbeit der einstigen Wierzweiber, die früher das Bier vom Brauhaus in die Lagerkeller tragen mussten.

Riesen-Jubel bei den Gewinnern

"Wir haben die holde Weiblichkeit gegen rustikale Bräuknechte ausgewechselt", erklärte eingangs Stadtvogt Hans Götz. Stellvertretend für den Braumeister Thomas Kaiser erläuterte Tino Vetter die Regeln. Dann war es so weit: Im ersten Vorlauf schlug das Team von Viertelmeister Markus Steller (Bräuknechte Sven Schuster und Markus Oesterlein) Jürgen Ditsche mit den Bräuknechten Michael Ditsche und Szilárd Vadász mit deutlichem Vorsprung.
Ebenso eindeutig zog auch Jens Schick mit seinen Bräuknechten Daniel Haupt und Max Rebhan den Kürzeren gegen den späteren Sieger.
Das Finale war ebenfalls eine klare Angelegenheit. Der Jubel der Gewinner war riesig.

Kein Bratwurst-Doping

"Es war alles rechtens", griff Tino Vetter allen Manipulations- oder Korruptions-Verdächtigungen vor. Hin und wieder war nämlich in den letzten Jahren durchaus gemutmaßt worden, dass es vielleicht beim Viertelmeisterlauf nicht mit rechten Dingen zugehe.
Und auch der Stadtvogt ergänzte: "Manche haben schon vermutet, dass Stefan Wicklein die Vorzüge des Betriebs seiner Eltern genutzt und die Bräuknechte wochenlang vorher mit Bratwürsten gedopt hat."
Da die Metzgerei nun aber seit einem Jahr geschlossen sei, sei die Siegesserie doch wohl einfach der Überlegenheit des Teams geschuldet.  Seite 11

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