Kronach
Humor 

Ein Selfie mit Markus Söder

Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und seine Stadträte mussten beim Kronacher "Derbleck'n" in der Rosenbergalm einiges über sich ergehen lassen.
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Der Facebook-Minister "Markus Söder" im Einsatz. Von links: Tina-Christin Rüger, Martin Bittruf, Philip Marr und Initiator Martin Panzer
Der Facebook-Minister "Markus Söder" im Einsatz. Von links: Tina-Christin Rüger, Martin Bittruf, Philip Marr und Initiator Martin Panzer
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Kronach — Das spaßige Quintett um Martin Panzer brachte am Freitagabend die mit 170 Gästen besetzte Rosenbergalm zum Beben: Der Grund war das zweite Kronacher Derbleck'n, das der ehemalige Sitzungspräsident der Kroniche Fousanacht mit seinen Freunden im letzten Jahr ins Leben gerufen hatte. Vieles aus dem Stadtgeschehen wurde aufs Korn genommen. Für die musikalische Umrahmung sorgte Stefan "Ed" Ender mit seinem Schifferklavier.
Mit in die Veranstaltung eingebunden war der Bockbieranstich des Kaiserhof-Kronators. Als Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein unter Mithilfe von Braumeister Thomas Kaiser das Starkbierfass nach zweieinhalb Schlägen angestochen hatte, herrschte schon vor Beginn des eigentlichen "Derbleck'ns" beste Laune.
Dann trat Bruder Barnabas den Weg zur Bühne an. Noch als der aus Gehülz stammende Martin Bittruf - er verkörperte den Mönch - sich inmitten der Gäste befand, bekamen diese zu hören: "Wenn ein Geistlicher kommt, habt ihr gefälligst aufzustehen!" Die Menge erfüllte diesen Aufruf schnellstens. Dass er heuer Gummistiefel gewählt hat, habe seinen Grund: Den Anstich vor einem Jahr durch die Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann. "Da spritzte es beim Anstich so, dass ich ein Sumpfgebiet durchlaufen musste."
Schließlich knöpfte er sich das Kronacher Stadtoberhaupt vor. Dieses habe im vergangenen Jahr während der Faschings- und Fastenzeit einen Selbstfindungskurs belegt mit dem Thema: "Ich bin der beste Bürgermeister! Wie werde ich zur Legende?" Dieser Lehrgang umfasste viele Facetten, die von Durchschlagsübungen über Beerensuchen im Nebelgrauen bis zum Frühstück mit gehackter Gerste reichten. Der Aufenthalt habe wohl erzeugt, dass im Kronacher Stadtrat Kuschelstimmung eingekehrt sei.
Wenn es aber einmal ruhig im politischen Lager ist, dann sei auf die SPD Verlass. Sie verkündete bei der jüngsten Bürgermeisterwahl, dass ihr Kandidat Sven Schuster bald regieren werde. "Und nun meldet der sich nach Steinweisen ab. Der weiß wohl nicht, dass die Rodachtalgemeinde nicht mehr zur Kreisstadt gehört?" So stünden die "Schwarzen" recht gut da und die Angela werde ohne Gegenkandidat sein.
Im Mittelpunkt des weiteren Geschehens stand die feierliche Eröffnung des neuen Schwarzen Stegs über die Haßlach und Kronach. Zunächst erkundigte sich ein "Ossi" (Nicolas Roth) über diese Verbindung. Empfangen wurde er von der Zweiten Bürgermeisterin, in deren Kostüm war Tina-Christian Rüger geschlüpft, die zunächst korrigierte, dass es keine Brücke, sondern ein von der CSU-Mehrheit gebauter Steg sei. Im gleichen Atemzug sagte die Ex-Bierkönigin: "Übrigens ich bin die zukünftige Bürgermeisterin von Kronach." Sie erklärte dabei unter anderem, dass die Spitalbrücke von Amateuren, der Schwarze Steg aber von Profis gebaut worden sei. Großes Gelächter, als der Ossi nach seiner Herkunft gefragt wurde: "Ich schäme mich es fast zu sagen - ich bin aus Neuses, das hört man doch am Dialekt!"


Wie soll der Steg heißen?

Da der Steg einen berühmten Namenspaten bekommen soll, kam nun Bürgermeister Beiergrößlein (Martin Bittruf) zusammen mit Arnold Schwarzenegger (Philip Marr) auf die Bühne. Bei ihrer Ankunft muss der ehemalige Bodybuilder feststellen, dass der Steg viel zu schmal sei. Der Bürgermeister darauf: "...dafür aber länger."
Als der einstige Gouverneur von Kalifornien auch einen attraktiven Park mit vielen schönen Bäumen erblickte, meinte er, dass man doch hierfür sicher viele Baum-Gärtner benötige. "Herr Schwarzenegger, glauben sie mir, ein Baumgärtner in Kronach, reicht uns", so Bittruf.
Auch der verrostete Plessiturm beim Landesgartenschaugelände interessierte Schwarzenegger. Der Bürgermeister erklärte, dass dieser von Lucas Cranach im Jahre 1632 zur Übertragung der Fußballweltmeisterschaft gebaut worden sei, deswegen die alten Fernseher.
Schließlich taucht noch ein weiterer Ehrengast in der Person von Markus Söder (Martin Panzer) auf. Dieser ist empört, dass die Stege nicht nach ihm benannt werden. "Ich bin doch euer bayerischer Facebook-Minister, der zukünftige Ministerpräsident der Herzen." In seiner Eigenschaft als der beste Finanzminister den Bayern derzeit hat, zeigte er knallharte Fakten und Zahlen auf: "Eins, zwei drei...."
Während Söder im weiteren Verlauf stets um Selfies bemüht ist, baggert Schwarzenegger immer wieder die Zweite Bürgermeisterin an. Es kommt zeitweise zu tumultartigen Szenen, wobei auch manchmal das eigentliche Konzept außer Acht gelassen wird. Philip Marr bringt die Zuschauer immer wieder in Rage. Als seine Ausführungen sich in die Länge ziehen, gibt Martin Bittruf als Einwand, dass die Dönerküche um 3 Uhr schließt. Auch der angeklebte Oberlippenbart von Bittruf scheint sich abzutrennen. "Der hält nur 20 Minuten."
Am Ende der Veranstaltung verkündet Martin Panzer, dass der Erlös in Höhe von 650 Euro als Spende an Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber geht. Die Spende komme der Kronacher Pfarr-Caritas zugute.
Begeistert über die Aufführungen zeigt sich Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, der versichert, künftig in der Faschings- und Fastenzeit nie mehr einen Kuraufenthalt in Anspruch zu nehmen. Steffen Marr vom Team der Rosenbergalm traf zum Abschluss den Nagel auf den Kopf: "Kronach darf stolz sein, derartige Schauspieler in ihren Reihen zu haben."

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