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Wallenfels

Ein Raum mitten im Fels

Verborgene Orte (3)  Neben der Wallenfelser Kirche gibt es in einer Mauer eine Holztür. Was dahinter liegt, wissen wenige.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Marco Meissner

Wallenfels — Beim Rundgang um die Stadtpfarrkirche St. Thomas stößt der Besucher auf eine zweiflügelige Holztür. Sie ist gegenüber dem Kirchenbau in eine Mauer am Hang eingelassen. Trotz ihrer über zwei Meter Höhe und der massiven Beschläge wirkt sie so unscheinbar, dass man sie im ersten Augenblick kaum wahrnimmt. Und was dahinter liegt, wissen wenige. Anders ist das bei Franz Behrschmidt.
"Zu diesem Raum haben wir keine Unterlagen gefunden", erklärt der frühere, langjährige Kirchenpfleger, dass vieles darüber im Dunkel der Geschichte verborgen liegt. Einstmals waren hinter dieser Tür die Öltanks für die Beheizung des Pfarrhauses und des Jugendheims untergebracht. Nach der Innensanierung der Kirche (2008/09) und dem damit verbundenen Umstieg auf eine Pelletsheizung wurden die Tanks jedoch nicht mehr gebraucht. "Der Raum wird zurzeit nicht genutzt", stellt Behrschmidt angesichts dessen fest.
Der Blick unter dem gewölbten Torbogen aus massiven Steinen hindurch ins Innere des langgezogenen Raumes offenbart einen ungewöhnlichen Anblick. Linksseitig ist ein Raum innerhalb des Raumes. Dort waren die Tanks untergebracht. Eine Backsteinwand begrenzt diese Fläche. Doch an der rechten Seitenwand ist noch nicht Schluss. Ein schmaler Spalt führt zwischen dem Gemäuer und dem Fels hindurch. Wie weit? Selbst Behrschmidt kann das nicht sagen. Der Blitz des Fotoapparats bringt etwas Licht ins Dunkel. Nach geschätzten zehn Metern scheint eine Rückwand aufzutauchen.
Licht ins Dunkel ist bei diesem Raum auch in einer anderen Hinsicht ein gutes Stichwort. Behrschmidt erinnert sich an die Aktion "St. Thomas leuchtet". "Damals war vieles illuminiert", erklärt der Ortsheimatpfleger und Wallfahrtsführer. Die Katholische Jugend habe damals die heiligen drei Könige in den Raum installiert. "Das war eine ganz tolle Veranstaltung", so Behrschmidt.

Getränkelager

Lange davor, bei der Einweihung des Jugendheims 1974, habe der Raum ebenfalls eine Rolle gespielt - als Getränkelager. "Wir haben dort alles eingelagert und die Getränke kastenweise raufgeschleppt", blickt der Ortsheimatpfleger zurück.
In den 1990er Jahren sei die Tür erneuert worden. "Die alte war total kaputt", betont Behrschmidt, ehe er die Tür zuschiebt und der Raum wieder im Dunkel verschwindet.

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