Sand am Main

Ein Neustart mit hohen Zielen

Fussbal  Mit Platz 5 hat der FC Sand in der abgelaufenen Saison der Landesliga Nordwest nicht das Optimum erreicht. Ziel für die kommende Runde ist es, ganz vorne mitzuspielen.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Norbert Felgenhauer

Sand — In einer Beziehung darf der FC Sand auch gestandenen Fußball-Bundesligisten als Vorbild dienen: Er arbeitet mit seinen Trainern sehr langfristig zusammen, macht sie nicht gleich als Sündenböcke aus, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Wenn nun also nach Norbert Hofmann (2003 bis 2008) und Erwin Albert (2008 bis 2014) nach der Saison erst der dritte neue Chefcoach in den vergangenen elf Jahren nach Sand kommt, bedeutet dies einen erheblichen Einschnitt für die Landesliga-Mannschaft. Mit Bernd Eigner, dem 42-jährigen Ex-Profi, der aus Ebelsbach stammt, gehen die Sander in die kommende Spielzeit, dazu mit einer erheblich umgebauten Mannschaft - und mit hohen sportlichen Zielen.
"Wir wollen vorne mitmischen", sagt Präsident Egbert Mahr, "ob es dann zum Aufstieg reicht, steht auf einem anderen Blatt." Denn noch ist nicht klar, wie sich die Landesliga Nordwest in der Saison 2014/15 zusammensetzen wird, geschweige denn, wie die Konkurrenz letztlich sportlich einzuordnen ist. In die Bayernliga Nord, aus der die Sander vor Jahresfrist abgestiegen sind, möchten die Sander aber gerne zurück, "das ist eine sehr attraktive Liga und für den FC Sand auch machbar", erklärt der Präsident. Allerdings: "Wir haben eine klare Linie, auf der wir uns bewegen", sagt Mahr und meint damit die finanzielle Seite. Riskante Planungen gebe es in Sand nicht, "und das, glaube ich, zeichnet uns seit Jahren aus."

Tolle Serie zum Ausklang

Dass die Bayernliga in der abgelaufenen Saison spätestens im März in Sand kein Thema mehr war, lag am miserablen Start des Teams nach der Winterpause. Wobei sich das "miserabel" auf die Punktausbeute bezieht. Seine Mannschaft habe in dieser Phase "keinen schlechten Fußball gespielt", sagt der scheidende Trainer, aber aus vier Begegnungen eben nur einen Punkt geholt. "Hätte zählt im Fußball nicht", weiß Albert. Aber er räumt auch ein, dass er noch immer darüber nachdenkt, was seine Mannschaft hätte erreichen können, wenn sie im Frühjahr besser aus den Startlöchern gekommen wäre. Die Realität zeigt die Tabelle: Platz 5 mit 54 Punkten, 15 weniger als der Meister SpVgg Ansbach, mit 58:44 Toren. Ende März lagen die Sander nur drei Punkte vor dem Abstiegs-"Schleuderplatz", legten aber mit 21 Zählern aus den letzten neun Partien der Runde eine tolle Serie hin - auch wenn der Abschluss mit der sechsten Heimniederlage, 1:2 gegen den TSV Lengfeld, in die Binsen ging.
In der Beurteilung der Saison sind sich deshalb Präsident und Trainer einig. Mahr erklärt: "Wir hätten fast ein bisschen mehr erwartet." Albert weiß: "Wir hätten noch ein bisschen mehr herauskitzeln können." Beide weisen aber darauf hin, dass es nach dem bitteren Bayernliga-Abstieg auch nicht selbstverständlich gewesen sei, dass sich die Mannschaft immerhin im oberen Tabellendrittel etabliert hat. "Fußballerisch sind wir sicher eine der stärksten Mannschaften", sagt Mahr zu den Stärken seines Teams. Die Schwäche sei seit Jahren der Abschluss: "Wenn wir einen Stürmer hätten, der 20 Tore pro Saison schießt, wären wir unter den ersten drei."
Immer wieder haben auch Verletzungen die Sander zurückgeworfen. Nicht nur in der zweiten Saisonhälfte, als Sebastian Götz, Florian Gundelsheimer und Bernd Pankratz kaum zum Einsatz kamen und kurzfristig immer wieder andere Akteure fehlten. Schon zu Beginn fielen beispielsweise zudem Matthias Hoff und Gundelsheimer länger aus, stand Stefan Wasser aus schulischen Gründen oft nicht zur Verfügung. Dass mit Thorsten Schlereth und Stefan Rippstein zwei echte Verstärkungen im Winter aus der "Konkursmasse" des FC Augsfeld nach Sand kamen, "hat uns so gesehen natürlich schon sehr geholfen", macht Mahr klar.

Namhafte Neuzugänge

Etliche personelle Wechsel für die bevorstehende Runde sind beim FC Sand bereits sicher. Mit Fabian Benkert (zur DJK Wülfershausen), Stefan Nöthling (TSV Münnerstadt), Jan-Michael Derra (TSV Prappach), Dominik Barth (SG Sennfeld) und Matthias Hoff (wird mit der DJK Bamberg in Verbindung gebracht) verlassen Spieler den Verein, die teils langjährige Stützen waren. Doch die Neuzugänge lassen einiges erwarten. Es kommen Josef Pickel (zuletzt pausiert, davor FC Eintracht Bamberg), Peter Heyer (Schweinfurt 05), Danny Schlereth (FC Augsfeld/pausiert), Rene Finnemann (FC Strullendorf), Dominic Leim und Peter Kundmüller (beide SV Memmelsdorf). Mit einem weiteren vielversprechenden Talent sei der FC Sand in guten Verhandlungen, sagt Mahr. Ob es darüber hinaus weitere Zugänge geben werde, sei noch nicht abschließend klar.
Bernd Eigner steht also erst einmal vor der Aufgabe, aus dem verbliebenen starken Stamm und den "Neuen", bei denen Finnemann, Heyer und Pickel immerhin Regionalliga-Erfahrung besitzen, eine Einheit zu formen. Nach Erwin Albert, für den sein Präsident nur lobende Worte findet ("Es waren herrliche sechs Jahre, Erwin war immer loyal und hat stets die Gegebenheiten im Verein akzeptiert") , habe sich der FC Sand bewusst für einen jüngeren Trainer entschieden. Mahr: "Wir wollen diesen Weg gehen, mal etwas anderes machen. Die Fußballer heute sind ja auch eine andere Generation."

Trainingsstart am 10. Juni

Neue Generation oder alte: Der Grundstein für den Erfolg wird auch in der Saisonvorbereitung gelegt, und die beginnt bei den Sandern bereits am 10. Juni, nur 17 Tage nach dem letzten Punktspiel. Am Wochenende 11. bis 13. Juli erfolgt der Punktspielauftakt, wobei der FC Sand versuchen wird, noch spielfrei zu sein, da an diesem Termin auch das Sander Weinfest steigt. Das wollen die Sander Fußballer mitfeiern und nicht um Punkte kämpfen.

Kunstrasenplatz kommt

Trotz des Abstiegs des FC Sand II aus der Bezirksliga und der A-Jugend aus der Bezirksoberliga sieht der Präsident seinen Verein bestens aufgestellt, "wir haben ja immerhin sogar noch eine dritte Herrenmannschaft", sagt Mahr. Und das 22 000 Quadratmeter große Sportgelände, das nun durch einen Kunstrasenplatz ergänzt wird, macht die Sander stolz. Eine würdige Kulisse für die Bayernliga ist das allemal.

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