Stadtsteinach
Benefiz 

Ein Konzert für die "Königin"

Mit wunderbarer Musik begann die Rettung eines wunderbaren Instruments. Für die Orgel in St. Michael erklang ein Konzert.
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Cornelia Helfricht und Alexander Kallwies gaben ein Benefizkonzert zugunsten der Orgel in St. Michael. Foto: Klaus Klaschka
Cornelia Helfricht und Alexander Kallwies gaben ein Benefizkonzert zugunsten der Orgel in St. Michael. Foto: Klaus Klaschka
Stadtsteinach — Pfarrer Wolfgang Eßel brachte es auf den Punkt: "Wir haben hier eine Königin unter uns. Sie ist zwar nicht hinfällig, aber sie ist schwach geworden. Und es wäre doch schade, wenn sie abdanken müsste." Mit einem Benefizkonzert startete die Pfarrei St. Michael in Stadtsteinach am Sonntagabend offiziell das "Projekt Instandsetzung der Strebel-Orgel von St. Michael".
Zu hören war Musik von Pergolesi, Mendelssohn und Bach. Aus Pergolesis Stabat Mater, Mendelssohns und Bachs Oratorien; des Weiteren Choräle. Alexander Kallwies aus Kulmbach begleitete Cornelia Helfricht an der Orgel.
Die Mezzosopranistin lebt seit zwei Jahren in Stadtsteinach und versieht dort im Wechsel mit weiteren Organisten den Orgeldienst in St. Michael. Sie studierte Klavier und Violocello - und Gesang bei Astrid Varnay, einer der ganz großen Wagner-Sängerinnen, und machte eine internationale Karriere als Sängerin.
Das erste Opern-Engagement erhielt die Preisträgerin des Internationalen Wettbewerbes für Koloraturgesang Sylvia Geszty, Stuttgart, am Studio der Bayerischen Staatsoper München. Es folgten Festengagements am Staatstheater Mainz und später an der Wiener Staats- und Volksoper, mit der sie unter anderem eine Gastspielreise nach Japan unternahm.
Helfricht trat mit renommierten Orchestern auf wie der Staatsphilharmonie in Brno, dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, dem Sinfonieorchester Basel, dem MDR-Sinfonieorchester, dem Philharmonischen Orchester Dortmund, dem Bilkent Symphony Orchestra und vielen mehr. An der Oper Leipzig war Cornelia Helfricht unter anderem als Kundry, Venus, Didon, Marguerite und Carmen zu erleben. Am Opernhaus Genf war sie die Magdalena in Wagners Meistersinger.
Cornelia Helfrichts Gesang zu beschreiben wäre müsig. Dennoch: Sänger neigen nach langjähriger Praxis oft dazu, "aufzudrehen", pseudodramatisch zu agieren und sich ein Vibrato zuzulegen, das das eigentliche Timbre ihrer Stimme überlagert. Cornelia Helfricht hat sich dergleichen Unarten nicht angewöhnt.


Raumfüllend

Ihre Stimme füllt den Raum, ist aber in der Höhe und Tiefe sehr ausgeglichen. Ihre Stimme hat Timbre - auffallend hörbar war das in der Arie "Es ist vollbracht" aus Bachs Johannespassion.
Für Stadtsteinach wäre Cornelia Helfricht, im Übrigen eine geborene Coburgerin, ein absoluter Gewinn, falls sie sich in ihrer neuen Heimat verstärkt engagieren würde.
Zwischen den musikalischen Stücken zitierte Jörg Schmidt aus den Passionsberichten der Evangelien und legte die Passion in weiten Teilen aus. Auf eine Leinwand waren dazu Ausschnitte aus der Passionskrippe projiziert, die Mesner Andreas Dremer in der Kirche aufgebaut hat.

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