Eggolsheim
Jubiläum 

Ein Fels in der Brandung

Die Freiwillige Feuerwehr Neuses feiert in diesem Jahren ihren 125. Geburtstag. Sie ist nicht nur bei Bränden für die Menschen da.
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Die Feuerwehrler tun alles dafür, dass sich die Menschen in Neuses und Umgebung sicher fühlen können.  Fotos: privat
Die Feuerwehrler tun alles dafür, dass sich die Menschen in Neuses und Umgebung sicher fühlen können. Fotos: privat
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Ein Zugunglück, das sich ereignet hat im Jahr 1891 im Eggolsheimer Bahnhof, gab den Ausschlag für die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Neuses. Sie wurde am 27. September desselben Jahres ins Leben gerufen.
In den 125 Jahren, die zwischen Gründung und dem diesjährigen Jubiläum lagen, wurden nicht nur Brände gelöscht, sondern auch gegen Hochwasser gekämpft und ein gekentertes Boot gerettet: "Das bringt die Lage an der Regnitz so mit sich", konstatierte Kommandant Matthias Sponsel.


Zerspringende Platten

Auch bei einem Hubschrauberabsturz und Verkehrsunfällen war die Freiwillige Feuerwehr Neuses an der Regnitz gefordert.
Als an einem Samstagabend die Menschen den Gottesdienst in der Kirche besuchten, brannte ein Anwesen schräg gegenüber. Das Zerspringen der Eternitplatten hörten die Feuerwehrleute bis in die Kirche. Als die Sirene ertönte, rannten sie hinaus. Der Pfarrer versuchte, den Gottesdienst ein wenig zu verlängern, damit die Schaulustigen noch in der Kirche blieben, doch viel hat es nicht genützt. So hat Franz Götz das Ereignis noch gut im Gedächtnis. "Wer allerdings heutzutage versucht, ein Unglück mit Handy zu fotografieren, muss gewärtig sein, dass dieses konfisziert werden kann", warnt der Kommandant.
"Der kürzeste Anfahrtsweg zu einem Brand betrug 15 Meter", erinnert sich Götz. Die Scheune, in der ein Kurzschluss einen Brand verursacht hatte, lag gleich neben dem alten Feuerwehrhaus. Brände können heutzutage gefährlicher als früher sein, weist Götz auf den umstand hin, dass in Scheunen beispielsweise neben Kunstdünger auch Gasflaschen, Dieseltank oder eine Photovoltaik-Anlage das Wissen und Können der Feuerwehrmänner herausfordern. Auch in Wohnhäusern gebe es genügend Gefahrenpotential durch verwendete Kunststoffe, beispielsweise in der Isolierschicht der Häuser. Selbst die Doppel- und Dreifachverglasung, die dafür sorgt, dass die Wärme im Haus bleibt, kann für die Feuerwehrleute eine Herausforderung sein. Zerspringt nur eine Scheibe - und bleiben die anderen an Ort und Stelle - bekommt ein Feuer keine Luft zum Brennen.
Trifft die Feuerwehr dann am Brandherd ein und öffnet die Tür, kann es zum sogenannten Durchzünden kommen, gleichermaßen gefährlich für Mensch und Material.


Immer nur Fehlalarm

Haupteinsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Neuses war bisher das Gewerbegebiet: Immer, wenn die Brandmelder in einem Lebensmittellager alarmierten, rückten die Kameraden aus. "Hinfahren müssen wir trotzdem", sagt Kommandant Matthias Sponsel, auch wenn es bisher immer nur Fehlalarm war.
Viele Kameraden der FF Neuses arbeiten im Schichtdienst, so dass auch tagsüber noch genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. "Abends oder nachts wäre die beste Einsatzzeit", sagt Sponsel. Dann sind die meisten Feuerwehrleute auch in Neuses anwesend. Erklingt die Sirene, lassen die Aktiven der Wehr alles stehen und liegen und eilen zum Feuerwehrhaus. Dort übermittelt das Faxgerät alles, was sie wissen müssen: Wo brennt es, was brennt und wer den Brand gemeldet hat.
Besonders stolz sind die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr auf ihre Jugendabteilung: Hier rekrutieren sie ihren Nachwuchs. Von der letzten Jugendgruppe blieben beispielsweise gut 80 Prozent bei den aktiven Einsatzkräften dabei, berichtet Sponsel. Mädchen engagieren sich zwar auch in der Jugendfeuerwehr, kommen aber dann leider nicht in die Einsatzabteilung. Seit mehr als 25 Jahren verfügt die Freiwillige Feuerwehr Neuses über einen aktiven Musikzug, der bereits eine Sendung des Bayerischen Rundfunks begleiten durfte. Auf diese Vereinigung sind ebenfalls alle Mitglieder der Feuerwehr stolz.
Michael Hofmann (CSU) ist Mitglied des Bayerischen Landtags und Vorsitzender des Feuerwehrvereins und gleichzeitig aktiver Feuerwehrmann. Zwar bleibt ihm nicht mehr so viel Zeit wie früher, um mit den Kameraden zu üben, doch er ist dankbar für ihr Verständnis. Als Atemschutzgeräteträger muss er einmal im Jahr mit der Wiederholungsübung beweisen, dass ihm die Puste unter der Maske nicht ausgeht: "Dabei fordere ich mich immer wieder selbst gern heraus", konstatiert er.
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