Herzogenaurach
Junge Szene Herzo 

Ein DJ aus Leidenschaft

Eric Hamper ist Discjockey. Aus Freude an der Musik und mit viel Engagement. Er mag Volksmusik und Ernst Mosch, findet Neider aber völlig daneben. Rundum ein junger Mann, der die Szene über Franken hinaus aufmischt.
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Eric Hamper ist jung, dynamisch und arbeitet kräftig am Erfolg.  Foto: Michael Busch
Eric Hamper ist jung, dynamisch und arbeitet kräftig am Erfolg. Foto: Michael Busch
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Michael Busch

Sie kennen das Lied "Schätzlein"? Vielleicht "Fesche Madeln"? Aber die "Mondschein-Polka" ist dann doch etwas Bekannter. Wenn Sie die Lieder kennen, ist Ihnen auch Ernst Mosch ein Begriff. In der Regel sind es nicht die Jüngeren, die den Gründer und musikalischen Leiter der Original Egerländer Musikanten kennen.
Doch es gibt Ausnahmen. Eine Ausnahme ist der im September 1988 geborene und damit 28-jährige Herzogenauracher Eric Hamper. "Die Leute hören total gerne Ernst Mosch", schwärmt er. Er muss es wissen. Immerhin ist er im Jahr drei Dutzend mal unterwegs, um seine Passion als DJ auszuleben. Wobei Passion untertrieben ist, er hat sein Hobby zum Beruf gemacht.
"Und da könnt es ruhig ein wenig mehr werden", gibt der engagierte Musikus zu. Selbstverständlich gibt's nicht nur Volksmusik. "Von ABBA bis Zappa", bemüht Hamper die bekannte Beschreibung eines vielfältigen Musikangebots. Techno ist nicht unbedingt seins, aber Stimmungsmusik und auch die aktuellen Hits aus den Charts sind selbstverständlich dabei.
Wie hat die steile DJ-Karriere aber eigentlich angefangen? "Musik war schon immer meine große Liebe", erzählt er mit einem fränkischen Zungenschlag. "Schon als Achtjähriger wusste ich, dass ich irgendetwas mit Musik machen will." Also ein Kindheitstraum. Über die Jahre erlernte er das Keyboard und das Akkordeon zu spielen - die Volksmusik reizte auch da.
Der Schritt zum professionellen Musiker war dann aber noch mal etwas anderes. "In der Berufsschule habe ich gemerkt, dass mir all das nicht liegt und ich mich der Musik widmen werde", sagt er. Mit der Idee "Top oder Flop" startete er voll durch. "Ich habe dann auch keine Ausbildung gemacht, weil ich mir dachte, dass ich lieber voll in meinen Traum einsteige."
Risiko - "Ich habe dann auch nix anderes gelernt", gibt der Vollblutmusiker zu.


Eine geplante Karriere

Was wäre passiert, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte? "Dann hätte ich mir etwas anderes suchen müssen." Als Verkäufer in einem Musikgeschäft wäre so eine Möglichkeit gewesen. Oder als Licht- und Tontechniker durchstarten, aber alles nicht allzu weit entfernt von der Grundeinstellung "Musik".
Doch glücklicherweise ging es dann gleich steil bergauf. "Die ersten Auftritte liefen gut und so stand die weitere Planung für mich nicht in Frage." Hochzeiten, Seniorennachmittage, private Partys. Freundschaften waren gerade zu anderen Musikern schnell gefunden. Dennoch: So ganz einfach war es nicht. Denn zu den Lehrjahren gehörte auch die Arbeit für eine Künstleragentur. "Die greifen richtig viel Geld für die Vermittlung ab, bei mir blieb am wenigsten hängen." So kassieren diese bis zu 1000 Euro, rund 150 Euro gehen an den DJ.
Um diesen Klauen zu entgehen, ging Hamper in die Selbstvermarktung. Ebenfalls kein Zuckerschlecken. "Da hast du den ganzen Abend Musik gemacht und dann will der Veranstalter nicht zahlen." Heute weiß er, dass Rechtsschutz und eine vernünftige anwaltliche Vertretung wichtig sind, noch wichtiger die Vorkasse bei den Veranstaltungen. "Manche Menschen sind echt unverschämt", moniert Hamper im Rückblick.
Das gelte auch für vermeintliche Kollegen. Wobei Hamper schnell sagt: "Ich will ja keine Kollegenschelte betreiben, aber da sind schon Musikscharlatane dabei." Bei ihm wissen die Auftraggeber, was sie an ihm haben, auch wenn er selber etwas teurer sei. "Ich muss ja auch noch Steuern bezahlen, was andere nicht machen." Hamper ist aber überzeugt, dass Qualität sich durchsetzt. "Es ist ein hartes Geschäft, jedem liegt das auch nicht." Man müsse halt dranbleiben. Die neusten Titel aufspielen, die Musik kennen, Fingerspitzengefühl bei den Veranstaltungen beweisen, eine eigene Homepage haben. Vieles gehöre dazu, ein guter DJ zu sein. Selbstverständlich bleibt er Herzogenaurach verbunden. "Die Sommerkirchweih ist schon ein Höhepunkt", gibt er zu.


Zurück zum Ernst Mosch

Sein Erfolgsrezept schildert der Senkrechtstarter in wenigen Worten: "Ich kann halt einfach richtig gut animieren. Ich habe nach dem ersten Lied schon Stimmung im Saal." Nur die Musik einspielen reicht nicht, der DJ muss seine Liebe zur Musik leben und das auf der Bühne auch zeigen. Aber auch die Technik spielt eine Rolle. "Mittlerweile habe ich 25 000 Euro investiert", sagt Hamper. "Ich habe auch noch Plattenteller, aber das meiste läuft von digitalen Tonträgern." Der Kunde möchte das Digitale auch, es sei einfacher Handzuhaben.
Über 65 000 Lieder hat Hamper mittlerweile in seinem Archiv. Alphabetisch wohl geordnet, die meisten selbst gehört. Und damit schließt sich der Kreis: Wenn Eric Hamper sich entspannen will, gewinnt wieder Ernst Mosch. "Das ist so meine Musik und die höre ich privat sehr gerne." Ist ja auch ein Vorbild, der Mosch, der König der Blasmusik. Und erfolgreich war er. Und das will DJ Eric auch sein.
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