Obertrubach

Ein "Affront gegen das Bürgerengagement"

Obertrubach — Mit einer gemeinsamen Stellungnahme reagieren der Förderverein Integrativer Mehrgenerationen-Spielplatz in Obertrubach mit seiner Vorsitzenden Monica Grüner-Krampe un...
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Obertrubach — Mit einer gemeinsamen Stellungnahme reagieren der Förderverein Integrativer Mehrgenerationen-Spielplatz in Obertrubach mit seiner Vorsitzenden Monica Grüner-Krampe und das Architekturbüro "Die Planwerker" von Oliver Gebhardt und Sebastian Steinlein auf den Artikel "Beim Spielplatz kochen die Emotionen hoch" (FT, 8. Mai) zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Darin wird zutiefst bedauert, "dass der Zweite Bürgermeister und Kreisrat Stefan Lang entweder falsch oder von seinem Ersten Bürgermeister überhaupt nicht informiert wurde wie die einzelnen Sachverhalte sind. Wie er zu den zum Teil beleidigenden Aussagen kommen kann ist uns schleierhaft und sicher eines Bürgermeisters und Kreisrates unwürdig." Das freiwillige, bürgerschaftliche Engagement werde dadurch in ein falsches Licht gerückt.

Absprache wegen Zeiten?

Nachfolgend werden einige Behauptungen unter die Lupe genommen, die in der Sitzung getroffen und protokolliert wurden. So sei die Aufstellung einer Infotafel mit Spielplatzregeln und Öffnungszeiten "mit Bürgermeister Markus Grüner telefonisch abgesprochen" gewesen, auch wenn dieser eine solche Absprache in der Sitzung verneint habe.
Hingegen habe es - anders als von Lang und Grüner dargestellt - keine mündliche Zusage zur Pflege des Spielplatzes durch den Förderverein gegeben. "Der Verein hat von Beginn an die Pflege abgelehnt. Der Verein hat sich jedoch bereit erklärt, jemand zu suchen der die Pflege übernimmt", heißt es in der Stellungnahme.
Als "Affront gegen das Bürgerengagement" und die beteiligten Fachfirmen wird die Aussage von Stefan Lang bezeichnet, dass der Platz "dilettantisch" geplant und ausgeführt worden sei. Der Gemeinderat hatte moniert, das Oberflächenwasser auf das Nachbargrundstück abläuft, da der Verein eine Drainage abgelehnt habe.

Drainage: Ja oder Nein?

Die Stellungnahme verweist darauf, dass sich der Spielplatz wie sein Umfeld in "sehr leichter Hanglage" befinde. Wörtlich heißt es: "In die Hydrologie des Geländes wurde nicht eingegriffen, so dass das Oberflächenwasser durch den Bau des Spielplatzes nicht in Nachbargrundstück abgeleitet wird. Eine großflächige Versiegelung der Fläche fand nicht statt, das anfallende Regenwasser kann nach wie vor auf dem Grundstück versickern." Eine Drainage oder sonstige Ableitung von Oberflächenwasser werde deshalb nicht benötigt. Das Versickern des Wassers sei während des Baus auch bei einem Ortstermin geprüft worden und habe einwandfrei funktioniert. Die Abnahme des Spielplatzes durch den TÜV sei "quasi ohne Beanstandungen" erfolgt.
Auch auf Langs Kritik, die Gemeinde sei bei der Gestaltung nicht erwünscht gewesen und die Kosten seien nicht transparent gemacht worden, geht das Schreiben ein und berichtet von einem Vorstellung der Pläne im und eine Absegnung durch den Gemeinderat im Juni 2013 und einer Ortsbegehung mit dem Gemeinderat im Mai 2015. Frühzeitig habe eine schriftliche Kostenkalkulation vorgelegen, "die eingehalten wurde". Ferner heißt es: "Die viel genannte und gewünschte Gesamt-Kostenaufstellung wurde 06/2014 als Tischvorlage in der Gemeinderatsitzung vorgelegt."
Zuletzt geht es um die Einladung zur Eröffnung des Spielplatzes, für die Lang eine offizielle Einladung der Gemeinde vermisst hatte. Die Stellungnahme verweist darauf, dass die Gemeinde nach wie vor Eigentümer und Betreiber sei, deshalb obliege es nicht einem Verein, die Gemeinderäte einzuladen. Wörtlich heißt es: "In der Tat ist es so, dass wir uns von öffentlicher Seite aus mehr Unterstützung gewünscht hätten. Seitens der Vereins war es als gemeinsames Projekt mit der Gemeinde gedacht, die Ehrenamtlichen wurden eher sich selbst überlassen."

Eine gelungene Anlage

Zum Ende finden Förderverein und Architekturbüro aber wieder versöhnliche Worte: "Wir möchten es jedoch nicht versäumen und uns den Worten des Bürgermeisters Grüner anzuschließen: Der Platz ist eine gelungene Anlage, und es war eine sehr schöne Einweihungsfeier und das ist engagierten Bürgern zu verdanken." red

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