Eltmann

Eigener Termin für den Zugang

Stadtrat  Das Gremium befasste sich in seiner jüngsten Sitzung erneut mit einem barrierefreien Zugang für die Eltmanner Stadtpfarrkirche. Ein weiteres Thema war die Änderung des Flächennutzungsplans für das Marktareal "ELT-Auen".
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Ein Thema in Eltmann ist ein barrierefreier Zugang zur Stadtpfarrkirche. Die neu besetzten Gremien sowohl auf kirchlicher wie städtischer Seite wollen sich jetzt nochmals dazu austauschen. Diskutiert wurde vor einigen Jahren eine Rampe am Seiteneingang (rechts).  Foto: Sabine Weinbeer
Ein Thema in Eltmann ist ein barrierefreier Zugang zur Stadtpfarrkirche. Die neu besetzten Gremien sowohl auf kirchlicher wie städtischer Seite wollen sich jetzt nochmals dazu austauschen. Diskutiert wurde vor einigen Jahren eine Rampe am Seiteneingang (rechts). Foto: Sabine Weinbeer
von unserer Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

Eltmann — Einen weiteren Schritt hin zu einem Supermarkt am Rande des Industriegebiets in Eltmann tat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch mit dem förmlichen Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans "ELT-Auen". Dieser ging direkt anschließend in einem öffentlichen Termin in der Stadthalle in die öffentliche Auslegung und in die Anhörung der Träger öffentlicher Belange. Mit der Gemeinde Ebelsbach, die dieses Vorhaben kritisch sieht, soll nochmals das Gespräch gesucht werden.

Frühere Kistenfabrik

Auf dem Gelände der "ELT-Auen" liegt eine frühere Kistenfabrik. Damit hier ein Einzelhandelsgeschäft entstehen kann, war die vorhabenbezogene Änderung des Flächennutzungsplans vorgesehen. Die Stadt Eltmann leitete dieses Verfahren auf Wunsch eines Bauträgers ein, der die Marktflächen für Edeka und Aldi errichten will.
Die Nachbargemeinde sieht das Vorhaben kritisch, weil es im Überschwemmungsbereich des Maines liegt und weil sie einen Widerspruch zum Landesentwicklungsprogramm sieht. Eltmann argumentiert mit seiner Unterversorgung mit Einzelhandelsflächen, während Ebelsbach ein großflächiges Einzelhandelsgebiet hat, das jüngst erst vergrößert wurde. Die Eltmanner wünschten eine Vor-Ort-Versorgung, so der Stadtrat. Ob der Markt jenseits des Maines und der Autobahn jedoch eine Vor-Ort-Versorgung ist, daran zweifelt Ebelsbach, dem zudem der Umzug von Aldi droht.
Weil nun auch Ebelsbach erneut um Zustimmung zu einer Bebauungsplanänderung anfragte, weil der Rewe-Markt seinen Getränkemarkt auslagert, um die Einzelhandelsfläche zu vergrößern, soll auf Anregung von SPD-Stadtrat Ulrich Pfuhlmann ("das ist auch mehr, als das Landesentwicklungsprogramm vorsieht") und von Drittem Bürgermeister Peter Klein von der ÜPL ("das ist gefühlt die fünfte Erweiterung, seit wir ELT-Auen diskutieren") ein Gespräch mit Ebelsbach stattfinden. Die Stellungnahme zur Bebauungsplanänderung in Ebelsbach wurde auf die nächste Stadtratssitzung verschoben.

Flutmulden nötig

Bezüglich der Befürchtung von Anliegern des neuen Flächennutzungsplans, dass mögliches Hochwasser auf ihre Grundstücke umgeleitet wird, erklärte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU), dass das Wasserwirtschaftsamt in die Planungen einbezogen wurde und zwischen dem Gebiet "ELT-Auen" und dem angrenzenden Sondergebiet entsprechende Flutmulden angelegt werden müssen. Die Hochwassersituation für die Nachbarn bleibe damit nach Berechnungen der Fachleute unverändert. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass nicht die Stadt das Gebiet plane, sondern der Bauträger. Die Stadt sei lediglich zuständige Behörde.
Erneut ins Gespräch gehen will der Stadtrat auch mit Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat Eltmann bezüglich eines behindertengerechten Zugangs zur Stadtpfarrkirche. Der neue Kirchenpfleger Klaus Förtsch hatte die Stadt angeschrieben, dass das vor Jahren diskutierte Thema in den nach den Neuwahlen gebildeten Gremien erneut angesprochen wurde. Er schlug vor, eine intergremiale Gesprächsgruppe zu bilden, um doch noch zu einer zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Diskutiert worden war in den Vorjahren eine Rampe zum Seiteneingang auf der Westseite des Gotteshauses. Diese wurde jedoch abgelehnt. Da mit den Kirchenmauern auch das kirchliche Grundstück endet und das Umfeld folglich im Eigentum der Stadt ist, hat der Stadtrat immer das letzte Wort. Bürgermeister Michael Ziegler schlug vor, einen solchen Gesprächstermin anzunehmen, Die Teilnehmer von Seiten der Stadt sollen die drei Bürgermeister Ziegler, Häfner und Klein sein sowie Stadträtin Julia Müller (CSU) sein, die auch Pfarrgemeinderätin in Eltmann ist.

Wichtige Archivalien

Zur Kenntnis nahm der Stadtrat den Jahresbericht über die Tätigkeit des Stadtarchivars Thomas Schindler. Einen Tag pro Woche kümmert er sich seit Jahren um das Eltmanner Archiv. Übriggeblieben sind mittlerweile die besonders arbeitsintensiven Archivalien, die gerade auch in konservatorischer Hinsicht große Sorgfalt und hohen Aufwand erfordern. Die Archivierung ist weit fortgeschritten, dennoch müsse der Zugang noch beschränkt werden, so Schindler in seinem schriftlichen Bericht. Im vergangenen Jahr diente das Archiv aber dennoch einem Professor, dem Kreisheimatpfleger und Heimatforschern als Informationsquelle. Auch er selbst beantworte zunehmend Anfragen vor allem der Stadt, so Schindler, etwa wenn es um alte Gemeinderechte der Stadtteile oder um die Baulast an kirchlichen Gebäuden geht. "Wir können dankbar sein, dass wir einen so qualifizierten Archivar gewinnen konnten", erklärte Bürgermeister Michael Ziegler. Die Pflege des Archivs sei eine wertvolle Arbeit für die nachfolgenden Generationen.
Ein neues Fahrzeug TSF-W bekommt die FFW Weisbrunn. Der Stadtrat beschloss die Anschaffung eines Magirus mit einem Aufbau durch die Firma Ludwig Feuerschutz zum Preis von knapp 120 000 Euro.
Unterstützen will der Stadtrat die Eigentümer eines Grundstücks am Rande des Siedlungsgebiets "Am Hahn" auf Herausnahme aus den Naturparkgrenzen. Die Änderung der Naturparkgrenze wurde bereits einmal versagt, so dass die Eigentümer mittlerweile an anderer Stelle ihr Wohnhaus errichteten. Dennoch beantragten sie bei der Stadt, dass diese nochmals einen entsprechenden Antrag stellt.



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