Knetzgau

Ehrenamtliche sollen sich stets hinterfragen

Ein Vortragsabend zum Thema "Rechte und Pflichten von ehrenamtlichen Asylhelfern" fand im Rats- und Kultursaal in Knetzgau statt. Das "Bündnis für Familien ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Vortragsabend zum Thema "Rechte und Pflichten von ehrenamtlichen Asylhelfern" fand im Rats- und Kultursaal in Knetzgau statt. Das "Bündnis für Familien und Senioren" der Gemeinde hatte als Referentin Ursula Erb von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen eingeladen. Sie ist seit über 25 Jahren im Bereich Ehrenamt tätig. In den letzten vier Jahren referiert sie verstärkt für Ehrenamtliche aus dem Asylbereich.
Ursula Erb stellte eine Erhebung aus dem Jahr 2014 vor. Demnach sind 43 Prozent der Deutschen ehrenamtlich tätig. Das stärkste Engagement liegt in der Altersgruppe von 30 bis 60 Jahren. Das Ehrenamt sei immer freiwillig, unentgeltlich, gemeinwohlorientiert, öffentlich und werde in der Regel im Team oder einer Gemeinschaft durchgeführt, sagte sie. Ein Ehrenamtsgesetz, dessen es laut Referentin gar nicht bedürfe, gebe es nicht. Alles Notwendige sei in den vorhandenen Gesetzen geregelt und darüber hinaus seien alle Ehrenamtlichen über die bayerische Ehrenamtsversicherung abgesichert. Dass das Ausüben eines Ehrenamts Spaß und Freude bereite und Zuverlässigkeit erfordert, solle selbstverständlich sein, betonte sie.
Etwas schwieriger gestaltet sich laut Referentin ein Ehrenamt im Asylbereich. Durch die familiär bedingten Strukturen dächten viele Flüchtlinge, dass man für ehrenamtliche Hilfe bezahlen müsse. Zudem überschritten Ehrenamtliche häufig Grenzen, auch gegen sich selbst. Hier sollte man regelmäßig reflektieren: "Mache ich eigentlich noch Tätigkeiten, die ich machen wollte? Macht mir Spaß, was ich tue? Ist der Zeitrahmen okay oder fühle ich mich überfordert?" Daneben würden auch Grenzen gegenüber den Flüchtlingen überschritten. Daher sei es wichtig, immer auf Augenhöhe zu agieren. Man könne als Ehrenamtlicher Hilfe anbieten, müsse aber abwarten, ob sie angenommen wird, sagte Erb.
Abschließend ging die Referentin auf Fragen der Zuhörer ein. Dabei stellte sich die Frage, wie man nach der tollen "Willkommenskultur" im Jahr 2015 jetzt der negativen Stimmung entgegenwirken könne. Laut Ursula Erb hat der Staat mit dem neuen Asylgesetz endlich klare Strukturen geschaffen. Bisher seien für die Vielzahl von Asylanträgen keine klaren Regelungen vorhanden gewesen, so dass sich ständig Änderungen für Flüchtlinge, Behörden und Ehrenamtliche ergeben hätten.


An die Regeln halten

Wichtig sei es auch, dass sich Flüchtlinge, neben dem Erlernen der Sprache, im öffentlichen Raum an die in Deutschland geltenden Regeln halten. Gegen negative Schlagzeilen könnten die Flüchtlinge relativ einfach ein Zeichen setzen und zeigen, dass sie dankbar für die Unterstützung sind und sich gut integrieren wollen: Sie könnten selbst ein Ehrenamt in "ihrem" Ort übernehmen, so Ursula Erb. cr

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren