Eggolsheim

Eggolsheim will keine Rastanlage

Gemeinderat  Die Pläne der Autobahndirektion Nordbayern wurden bei der jüngsten Sitzung rundweg abgelehnt. Die Landwirte kündigen Widerstand an. Bürgermeister Schwarzmann verweist auf die zahlreichen versiegelten Flächen.
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von unserer Mitarbeiterin Sylvia Hubele

Eggolsheim — An der Autobahn nach Bamberg soll ein neuer Tank- und Rastplatz gebaut werden: Das fanden genügend Bürger aus Eggolsheim interessant, so dass sie als Zuhörer an der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates teilnahmen.
Bernhard Dittrich stellte die Pläne der Autobahndirektion Nordbayern vor und bat um Verständnis in der Bevölkerung für diese Maßnahme. Immerhin habe eine Zählung ergeben, dass sich in Bayern zu wenige Stellplätze für Lkw an den Autobahnen befinden. Außerdem sei vorgeschrieben, dass sich bewirtschaftete Tank- und Raststätten im Abstand von jeweils ungefähr 50 Kilometern auf den Autobahnen befinden müssten. Der Flächenbedarf für einen solchen einseitigen Tank- und Rastplatz betrüge etwa 10 Hektar.
Im Oktober wurden die geotechnischen Untersuchungen bereits abgeschlossen, im kommenden Jahr muss sich der Naturschutz zu diesem Plan äußern, bis etwa im Jahr 2020 der Bau dieser Tank- und Rastanlage beginnen würde, die zwei Jahre später dann ihren Dienst aufnehmen könnte.
Für die Vorstellung der Pläne der Autobahndirektion erhielt Bernhard Dittrich allerdings keinen Beifall der Eggolsheimer Gemeindevertreter. Im Gegenteil. Stefan Rickert (Junge Bürger) lehnte das Ansinnen der Autobahndirektion sofort ab und wies darauf hin, dass dafür doch in Bamberg das ungenutzte US-Gelände viel besser geeignet sei. Arnulf Koy (CSU) versprach, dass sich die Landwirte gegen die geplante Enteignung wehren würden.
Auch Bürgermeister Claus Schwarzmann bat Bernhard Dittrich darum, noch einmal zu prüfen, ob nicht ein anderes Areal für diese Tank- und Rastanlage gefunden werden könne. Zwar habe der Eggolsheimer Gemeinderat 2009 den Bau einer Tank- und Rastanlage noch befürwortet, doch inzwischen wurden in der Gemarkung der Gemeinde mit der Biogasanlage, dem Überholbahnhof der Deutschen Bahn und dem Logistikzentrallager bereits zahlreiche Flächen versiegelt und damit der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen. Die Gemeindevertreter lehnten das Vorhaben der Autobahndirektion einstimmig ab und baten darum, Alternativen zu prüfen.

Ja zu Lärmschutzwand

Keine Einwände hatten dagegen die Vertreter der Gemeinde, als es um die Planungen der Autobahndirektion Nordbayern ging, eine Lärmschutzwand entlang der A 73 zu errichten. "Rechnerisch bringt eine solche Lärmschutzwand etwas für die Gemeinde", urteilte Bürgermeister Schwarzmann. Aber ob der Bau dann tatsächlich den Lärm mindert, könne man erst sehen - oder vielmehr hören - wenn sie gebaut ist.
In einem weiteren Punkt beschäftigten sich die Gemeindevertreter damit, ob in Eggolsheim Maßnahmen zur Städtebauförderung stattfinden sollten. Dafür müsse als erstes ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt werden, erläuterte Schwarzmann. Für die Entwicklung eines derartigen Konzeptes müsse ein geeignetes Büro gefunden und beauftragt werden.
Das sei in Eggolsheim ein sensibles Thema, fand Irmgard Heckmann (Freie Wähler), die sich als ersten Schritt hierbei eine Beteiligung der Bürger wünschte. Die Informationen sollen aus diesem Grund demnächst auf der gemeindlichen Homepage für alle lesbar eingestellt werden.
Bürgermeister Schwarzmann warb für die Städtebauförderung, bei der die Gemeinde - wie bei der Dorferneuerung auch - Mittel des Freistaates nutzen: "Wir können Möglichkeiten für Eggolsheim nutzen, die wir sonst nicht hätten!" Auch die Belastung für die Bürger sei durch die Städtebauförderung minimiert. Arnulf Koy wies darauf hin, dass in drei Dörfern der Marktgemeinde bereits Dorferneuerungsmaßnahmen liefen und gab zu bedenken, ob auf den Gemeinderat - auch in Hinsicht auf die zu erwartenden Kosten - sehr viel zukäme. Auf der nächsten Sitzung am 25. November sollen jedenfalls drei Büros ihre Konzepte im Gemeinderat vorstellen, von denen eines als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen könne. Hinsichtlich des Baugebietes Peunt entschieden die Gemeindevertreter schnell, dass die Bauleitplanungen nicht weiter durchgeführt werden, da einige der Grundstückseigentümer nicht zu Gesprächen mit dem Marktgemeinderat bereit waren.
Auch der Antrag der Jungen Bürger, eine Fläche bereitzustellen, auf der eine Gemeinschaftshalle gebaut werden könne, wurde von den Gemeindevertretern abgelehnt, da diese auf dem freien Markt von Landwirten zur Vermietung angeboten würden, wie Schwarzmann erläuterte.

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