Ebrach

Ebrach will sich mit "kreativem Parken" gegen Schwerlastverkehr wehren

Anette Schreiber Wer auf der B 22 durch Ebrach muss, sieht sich seit Monaten durch eine Baustelle ausgebremst, die keine ist. Die Phantom-Baustelle ohne Arb...
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Wenn hier Kleinlaster stehen, wird die Ortsdurchfahrt für Schwerlastverkehr zum Nadelöhr. Foto: W. Hanslok
Wenn hier Kleinlaster stehen, wird die Ortsdurchfahrt für Schwerlastverkehr zum Nadelöhr. Foto: W. Hanslok
Anette Schreiber

Wer auf der B 22 durch Ebrach muss, sieht sich seit Monaten durch eine Baustelle ausgebremst, die keine ist. Die Phantom-Baustelle ohne Arbeiter und Arbeiten besteht aus Absperrbaken auf der nördlichen Straßenseite. Diese sollen verhindern, dass Menschen durch die vom Einsturz bedrohte Mauer zu Schaden kommen. Seit Monaten tobt die Auseinandersetzung zwischen der Marktgemeinde Ebrach und dem Staatlichen Bauamt über die Zuständigkeit für die bisher auf etwa 450 000 Euro geschätzte Instandsetzung bzw. darüber, worauf der Schaden zurückzuführen ist.


Anderes erwartet

Eigentlich hatte der Gemeinderat in seiner Oktobersitzung mit einem Schreiben der Kirche gerechnet, das genauer über zu erwartenden Kosten für die Instandsetzung Aufschluss gibt. Doch stattdessen musste Erster Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) den Gemeinderat über ein Anwaltsschreiben informieren, das darauf aufmerksam macht, dass die Situation an der Mauer nicht mit der ein Stück weiter westlich vergleichbar ist. Vor Jahren hat die Klosterbräu ihren Abschnitt an den Staat veräußert, der Markt Ebrach zahlte einen Beitrag zur Sanierung. Das Ganze nach einer Gerichtsentscheidung. Im Gegensatz dazu verhalte es sich nun anders. Seinerzeit waren Privatpersonen involviert, nun öffentliche Stellen beteiligt, fasste Schneider zusammen.
Das Staatliche Bauamt stelle sich wohl auf die Position, der Markt Ebrach solle die Mauer in Stand setzen und dann auf Kostenbeteiligung (des Amtes) klagen, vermutet Bürgermeister Schneider. "Wir sehen es genau umgekehrt", beschreibt Schneider die Position des Marktes. Auch deswegen, "weil wir das Geld schlicht nicht haben". Der zuvor verlesene Lagebericht des Kämmerers unterstrich die finanziell doch sehr angespannte Lage des Marktes.
Die Stimmung im Gremium ist wegen der Mauer-Angelegenheit seit langem angespannt. Man macht in der Hauptsache Baumaßnahmen des staatlichen (Straßen-) Bauamtes für die Misere verantwortlich, weil die Straße im Lauf der Jahrzehnte immer höher geworden ist. Außerdem wird kritisiert, dass es entgegen mehrfacher Appelle und Bemühungen nicht in Angriff genommen wird, Schwerlastverkehr über zehn Tonnen aus dem Ort herauszuhalten. "Woanders ist das auch möglich", argumentierte Zweiter Bürgermeister Detlef Panzer (CSU) wütend. Wenn es keine offiziellen Bemühungen gebe, müsse man eben selbst etwas unternehmen. Dabei machte der Begriff des "Kreativen Parkens" (Anmerkung der Redaktion: rund um den halbseitig gesperrten Teil der Ortsdurchfahrt) die Runde. Es fänden sich aber auch Landwirte, die regelmäßig mit langsamen Gefährten auf der Durchfahrt Schwerlastverkehr die Strecke vermiesen - wenn sich das erst herumspreche.
Man wird wohl gespannt sein dürfen, wie kreativ Ebrach das Thema künftig angeht.
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