Bamberg

Drogenhändler waren geständig

Zwei 32 und 58 Jahre alte Männer sind in getrennten Verfahren vom Landgericht zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Beide gaben von Anfang an zu, dass sie mit Rauschgift gehandelt haben.
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Jutta Behr-Groh

Die Zweite Strafkammer des Landgerichts hat es nicht nur mit Mammutverfahren wie dem sogenannten Chefarzt-Prozess zu tun, in dem auch nach mehr als 15 Monaten noch kein Ende absehbar ist. Manchmal dauert ein Prozess nur einen halben Tag, so wie es nun zwei Mal der Fall war.
In beiden Prozessen hatten es die Richter mit Drogenkonsumenten zu tun, die nicht zum ersten Mal straffällig geworden waren. Beide Angeklagten waren geständig, und in beiden Fällen gab es eine Verständigung zwischen den Verfahrensbeteiligten über das voraussichtliche Strafmaß. Das berichtete der Pressesprecher des Landgerichts Bamberg, Nino Goldbeck, auf Anfrage.


Rauschgift aus dem "Darknet"

Seinen Angaben zufolge wurde im ersten der beiden Verfahren ein 32 Jahre alter Mann zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte zugegeben, dass er im Sommer 2013 mehrfach Drogen gekauft und gewinnbringend veräußert hat. Das Rauschgift - Ecstasytabletten und Amphetamin - hatte er im sogenannten Darknet des Internets erworben.
Als Lieferadresse gab er die seines Stiefvaters im Landkreis Bamberg an. Der Stiefvater und andere Familienmitglieder sollen jedoch keine Ahnung von den verbotenen Geschäften des 32-Jährigen gehabt haben.
Einen Teil des Rauschgifts konsumierte der schwer suchtkranke Mann, ein gelernter Textilmaschinenführer, selbst. Er wurde des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in sieben Fällen, davon in einem Fall mit vorsätzlichem unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln und in vier Fällen mit unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, sowie des vorsätzlichen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln in vier Fällen verurteilt.
Die Bamberger Richter bezogen ein Urteil des Amtsgerichts Kronach über eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ein. Auch die damals angeordnete Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gelte weiter, so Gerichtssprecher Goldbeck. Die neue Gesamtfreiheitsstrafe beträgt fünf Jahre.


In die Entziehungsanstalt

Im zweiten Verfahren wurde ein 58 Jahre alter Bamberger wegen des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen und wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt. Außerdem ordnete die Zweite Strafkammer die Unterbringung des Mannes in einer Entziehungsanstalt an.


Riesiges Sortiment

In der Wohnung des Angeklagten in Bamberg-Ost haben Ermittler im Januar 2016 ein beachtliches Sortiment von Rauschgiften gefunden und sichergestellt. Der Anklageschrift zufolge besaß der Frührentner damals 78,26 Gramm Amphetamin, 167,72 Gramm Haschisch, 113,22 Gramm Marihuana, 22 LSD-Trips, 53 Ecstasy-Tabletten und 81,57 Gramm Metamphetamin.
Außerdem musste sich der 58-Jährige jetzt noch für den Besitz von rund 50 Gramm Metamphetamin und 40 Gramm Marihuana Ende 2013 verantworten. In den Handel brachte sie ein anderer: Das Rauschgift war dem Bamberger aus seiner Wohnung gestohlen worden.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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