Forchheim

Drogen-Drama auf der Theaterbühne

Ein Glühwein hier, ein Rotwein dort und in geselliger Runde ein paar Bier trinken, das ist vermeintlich in Ordnung. Doch wo ist die Grenze? Damit beschäftig...
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Szene aus dem Bühnenstück über eine Familie mit Drogenproblemen Fotos: privat
Szene aus dem Bühnenstück über eine Familie mit Drogenproblemen Fotos: privat
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Ein Glühwein hier, ein Rotwein dort und in geselliger Runde ein paar Bier trinken, das ist vermeintlich in Ordnung. Doch wo ist die Grenze? Damit beschäftigte sich das Theaterprojekt zur Drogenprävention der Grund- und Mittelschule in Eggolsheim.
Das Theaterprojekt mit dem Titel "Voll in Ordnung" fand im Oktober auf Initiative der Jugendpflegerin der Gemeinde, Teresa Borek, und des Kreisjugendrings Forchheim, vertreten durch Ursula Albuschkat, statt. Das Theaterstück wurde bereits in verschiedenen Schulen und Jugendeinrichtungen in Oberfranken aufgeführt. Der Bezirk Oberfranken und das Bayrische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege förderten das Theaterprojekt.
Die Schüler der achten und neunten Klasse wurden von Schauspielern des Fränkischen Theatersommers auf die Thematik eingestimmt, indem sie ihnen folgendes Theaterstück vorspielten: Philipp (gespielt von Johannes Leichtmann), ein einstiger Musterschüler aus gutem Hause, rutscht in den Drogensumpf ab. Seine Mutter (Clarissa Hopfensitz) ist ihm dabei zunächst keine Hilfe, denn sie will das Problem nicht wahrhaben. Sie selbst konsumiert regelmäßig legale Drogen wie Alkohol, Zigaretten und Tabletten. Auch Philipps Freundin Jasmin (Bettina Wagner) hat in ihrer Vergangenheit Drogenerfahrungen gemacht. Sie muss nun hilflos zusehen, wie Philipp immer tiefer in die Abhängigkeit rutscht und sich von ihr nicht helfen lassen will. Eines Tages wird Philipp von den gemeinsamen Freunden Franzi und Tobi animiert, mit Drogen zu dealen. Er folgt ihnen nach Cheb in eine Diskothek, um dort entsprechende Leute kennenzulernen. Als Jasmin das erfährt, beschließt sie, ihre Freunde zu überzeugen und zurückzuholen.
An dieser Stelle wurde das Theaterstück unterbrochen und Herr Stolze, Jugendkontaktbeamter der Polizei Forchheim, verlas eine Unfallmeldung mit tödlichem Ausgang.


Interaktives Mitmachtheater

Sichtlich betroffen von den Vorgängen auf der Bühne wurden die Schüler nun in drei Gruppen aufgeteilt. Gemeinsam mit den Schauspielern wurde die Geschichte nun diskutiert und Fragen zum Thema Drogenkonsum geklärt.
Schließlich entwickelten die Schüler selbst einen Schluss für das Bühnenstück und entschieden, wer eigentlich ums Leben kam. Dabei ließen ihnen die Schauspieler die freie Wahl darüber, wie sie ihr Ergebnis vor den anderen Gruppen präsentieren wollten. So gab es schriftlich verfasste "Drehbücher", Tagebucheinträge und eine Schauspielszene auf der Bühne.
Am Ende bekamen die Schülerinnen und Schüler noch das "eigentliche" Ende vorgespielt. Bei dem Unfall kommen Franzi und Tobi ums Leben. Schockiert von den Ereignissen macht Jasmin mit Philipp Schluss. Völlig alleine ist Philipp dann aber dennoch nicht: Seine Mutter gesteht sich auch ihr Drogenproblem ein und sie wollen sich gemeinsam therapieren lassen. red

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