Nedensdorf

Dreschen - wie anno dazumal

Nostalgie  Die Nedensdorfer gaben wieder einmal Einblicke in die Arbeitstechniken von früher.
Artikel drucken Artikel einbetten
Alt und Jung mussten beim Dreschfest die schweren Säcke schleppen. Für Niklas Cichy (rechts) hatte Georg Pornschlegel einen Minisack präpariert. Foto: Franz Böhmer
Alt und Jung mussten beim Dreschfest die schweren Säcke schleppen. Für Niklas Cichy (rechts) hatte Georg Pornschlegel einen Minisack präpariert. Foto: Franz Böhmer
von unserem Mitarbeiter Franz Böhmer

Nedensdorf — Ideale Wetterbedingungen herrschten zum 17. Dreschfest. Bereits zur ersten Vorführung um 14 Uhr war eine große Resonanz zu erkennen. Ein Hauch von Nostalgie lag über dem Dorfplatz: Das Rattern der Dreschmaschine, der gleichbleibende dumpfe Ton von Gerhard Edelmanns altem Eicherschlepper, der über Riemen die Dreschmaschine antrieb und nicht zuletzt die Neuzeit in Form einer Ballenpresse.
Stellte sich die Arbeit der Akteure bei Temperaturen von über 30 Grad mitunter schweißtreibend dar, freuten sich die Zuschauer über ideale Fotomotive. Mit den weiteren Vorführungen füllte sich der Dorfplatz, und Sitzplätze im Schatten waren begehrt.
Vorsitzende Carmen Bauer freute sich über den Zuspruch. Das sei als Belohnung für den Aufwand zu sehen und animiere die Akteure, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Nicht wenige Omas und Opas, die die Zeit der Dreschmaschine noch miterlebt hatten, erklärten ihren wissbegierigen Enkeln den Dreschvorgang. Gefachsimpelt wurde allemal und die Schar der Kinder bildete bei den Vorführungen stets einen Reigen um die Dreschmaschine. Neben den Dreschvorführungen gab es Informationen, verbunden mit der Darstellung von acht Getreidesorten. Mehrfach setzte Fährmann Adolf Edelmann Wanderer und Radler über. Mit Abschluss der Vorführungen und den Aufräumarbeiten versammelten sich die Akteure zu einer gemeinschaftlichen Brotzeit.
Eine der Besucherinnen war Dora Tremel mit ihren Enkeln Amelie (4) Jahre und Eric (6). "Schon einige Jahre nehme ich mir vor, das Dreschfest zu besuchen. Dieses Jahr hat es geklappt. Getreideernte und den Dreschvorgang in den Scheunen habe ich noch persönlich erlebt", meinte sie.
In den 1960er-Jahren wurde das Getreide mit dem Binder mäher geerntet und in den Scheunen bis zum Dreschen gelagert. Wenn der Dreschtag anstand, mussten alle mitanpacken.
"Überhaupt war es damals so, dass man in Gemeinschaft arbeiten musste", erklärt Dora Tremel. Die Menschen hätten sich gegenseitig gebraucht, man habe zusammengehalten und dadurch auch den Aufschwung mitbewirkt.
An den Vorführungen warenbeteiligt: Maria Schneider, Georg Pornschlegel, Rebecca, Ludwig und Ralf Klemens, Gerhard Edelmann, Tobias Pospischil, Benedikt und Niklas Cichy, Jochen, Moritz und Qurin Hetzel.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren