Baunach
Sanierungs-Schwerpunkt 

Dreisprung über B 279-Brücken

Die Arbeiten zwischen Breitengüßbach und Baunach haben begonnen. In den nächsten Jahren wird der Verkehr über Behelfsbrücken und Fahrbahnen auf Dämmen geleitet. Im Frühjahr rücken die großen Bagger an.
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Leitungen, die bisher an den drei Brücken, die abgerissen und neu errichtet werden, hingen, werden derzeit schon "umgeklemmt". Im Frühjahr geht's richtig los. Fotos: Ronald Rinklef
Leitungen, die bisher an den drei Brücken, die abgerissen und neu errichtet werden, hingen, werden derzeit schon "umgeklemmt". Im Frühjahr geht's richtig los. Fotos: Ronald Rinklef
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Richtig los geht's erst im Frühjahr, aber die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Drei Brücken der B 279 werden zwischen Breitengüßbach und Baunach neu gebaut. Deswegen werden aktuell Strom- und Telefon-Leitungen, die an diesen Brücken hängen, per Spülbohrverfahren im Erdboden verbuddelt bzw. unter Main und Baunach hindurch "geschossen". Für die Gesamtmaßnahmen stehen knapp neun Millionen Euro bereit, erklärten Baudirektor Uwe Zeuschel, im Bauamt Bamberg als Leiter zuständig für das Straßenwesen, und Bundestagesabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) bei einem Ortstermin am Dienstagmorgen.


Zur richtigen (Stoß-)Zeit

Geradezu der ideale Zeitpunkt, fand Baunachs Bürgermeister Ekkehard Hojer (CBB), da die Pendlerströme nur so vorbeirauschten. Womit eines der Probleme der Planer deutlich sicht- und hörbar wurde: das große Verkehrsaufkommen auf diesem Einfallstor von und zu den Haßbergen. Bis zu 14 000 Fahrzeuge wurden zuletzt pro Tag gezählt.
"Deswegen können wir die Straße auch nicht einfach sperren", lautet eine der Prämissen, wie Zeuschel darlegte, und sein Projektleiter, Dipl.-Ing. Joachim Schilling, ergänzte: "Eine adäquate Umleitung ist einfach nicht vorhanden." Bleibt nur eine Möglichkeit: Anstelle der maroden Brücken, die 1932 gebaut, 1945 teilweise gesprengt und 1958 wieder errichtet wurden, müssen daneben Behelfsbrücken und -umfahrungen erstellt werden. "Das wird nicht ganz stressfrei, weil wir in einem sensiblen Bereich arbeiten", blickte Zeuschel voraus. Naturschutzfragen sind ebenso zu beachten wie Hochwasserlagen und Rückstauräume.
Die bestehenden Brücken seien jedenfalls nicht mehr tragbar gewesen. "Sie taugen aufgrund ihres Alters nicht mehr für die jetzigen Anforderungen und Verkehrsbelastungen", ergaben die Schadensbilder und statische Untersuchungen. "Weitere Verschlechterungen hätten zu erheblichen Verkehrseinschränkungen geführt." Sanierungen wären nicht mehr wirtschaftlich gewesen.
Deswegen rücken die großen Bagger ab Februar/März 2017 an. Und sie werden bleiben: Das Ende der Maßnahme datierte Joachim Schilling in die Jahre 2020/2021. Der erste Bauabschnitt umfasst die erste (Flut-)Brücke aus Richtung Breitengüßbach kommend nahe dem Kieswerk.
Dort werden Damm und Ersatzbrücke östlich der bisherigen Trasse gebaut. Ebenso bei der nächsten, der Mainbrücke. Bei der Baunachbrücke, der nördlichsten, indes wechseln die Straßenbauer auf die gegenüberliegende, westliche Seite. Die Behelfsstrecken dürfen nur mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h befahren werden.
Die Fahrbahn über die neuen Brücken wird 8,50 Meter breit, zusätzlich erfolgt auch der Lückenschluss für Radfahrer mit einem Weg von 2,50 Meter Breite, worüber sich besonders Landrat Johann Kalb (CSU) freute.
"Ich bin schon seit gestern Abend da und zur Überzeugung gelangt, dass für so einen gewaltigen Verkehr vernünftige Lösungen gefunden werden müssen", scherzte der Landrat.
Davon ist Planer Schilling überzeugt. "Wir kriegen mit den Neubauten mehrere Defizite in den Griff."


Spezielles Bundes-Programm

Das Geld kommt aus dem Verkehrsetat des Bundeshaushalts, wie MdB Emmi Zeulner erklärte. Und zwar aus einem speziellen Programm für Brückensanierungen. Diese Gelder freizuschaufeln, bedingte auch die Verzögerung, da ursprünglich schon im Mai mit der Maßnahme begonnen werden sollte. "Jetzt haben wir alle drei Brücken gemeinsam, was eigentlich logisch, in Bayern aber doch einmalig ist."
Darüber ist "keiner glücklicher als ich", freute sich Bürgermeister Ekkehard Hojer, der sich noch an seinen Amtsantritt anno 2002 erinnerte. "Damals war ich bei der Sanierung in Richtung Breitengüßbach schon dabei, und es hatte geheißen, in zwei Jahren seid Ihr dran."
Daraus wurden zwar 14 Jahre, aber Hojer ist nun doch froh, dass es endlich beginnt und damit auch der Radwege-Bau verbunden wird. "Ein lang gehegter Wunsch" - schon seines Vorgängers.
Und Hojer verknüpfte das Treffen mit den Straßenbauern auch mit der erneuten Forderung nach einer Abbiegespur in Richtung Friedhof/Hemmerleinsleite am südlichen Stadteingang von Baunach, wo sich zu Stoßzeiten oft lange Rückstaus bilden.

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