von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Dorsch

Erlangen-Höchstadt — Wer am Sonntag im Landkreis Erlangen-Höchstadt am Bürgerentscheid teilnimmt, sollte sich die Fragen genau durchlesen, ehe er seine Kreuzchen verteilt. Die drei einzelnen Fragen auf dem Stimmzettel werden bei dem einen oder anderen zu leichter Verwirrung führen. Trotzdem appellieren sowohl die StUB-Befürworter als auch die StUB-Gegner an alle Wahlberechtigten im Kreis, mitzumachen.
Initiiert haben das Bürgerbegehren die Freien Wähler im Landkreis. Sie wandten sich damit gegen das Vorhaben der Kreistagsmehrheit, wonach der Landkreis einem Zweckverband mit Erlangen und Nürnberg beitreten sollte, um die Planungen für eine Stadt-Umland-Bahn weiter voranzutreiben.
Mit über 5000 gesammelten Unterschriften gegen die StUB war ihr Bürgerbegehren erfolgreich, was auf dem Stimmzettel zum "Bürgerentscheid 2" führte. Bei dieser Frage kann der Wähler ebenso mit Ja oder Nein stimmen wie beim "Bürgerentscheid 1". Dieses Kreistagsbegehren hat eine Mehrheit des Kreistags auf den Weg gebracht, um die Bürger positiv über den Beitritt zum Zweckverband abstimmen zu lassen.

Stichfrage kann entscheiden

Sind die Antworten auf diese beiden Fragen ausgezählt, könnten sich die Ergebnisse widersprechen. Für diesen Fall gibt es noch eine Stichfrage auf dem Stimmzettel, mit der dann entschieden wird, ob das Kreistagsbegehren für die StUB oder das Bürgerbegehren gegen die StUB gelten soll.
Damit überhaupt ein Bürgerentscheid gültig wird, müssen zehn Prozent, konkret 10 600, aller Wahlberechtigten im Landkreis mit Ja stimmen. Wird dieses Quorum nicht erreicht, sind die entsprechenden Bürgerentscheide hinfällig. Darauf weist noch einmal Landratsamt-Sprecherin Hannah Reuter hin. Nur bei der Stichfrage genügt die einfache Mehrheit ohne Quorum.
Auf dem Stimmzettel können maximal drei Kreuzchen gemacht werden - bei jeder Frage eines. Gültig ist der Stimmzettel aber auch, wenn nur eine oder zwei Fragen angekreuzt werden.
Um die Abstimmung zu vereinfachen, werben Gegner und Befürworter mit simplen Wortfolgen. Wer gegen die StUB ist, kann dies mit "rechts, links, rechts" zum Ausdruck bringen. Wer für die StUB votieren möchte, dem wird "links, rechts, links" empfohlen.
Wohl weil das ganze Verfahren mehr Aufmerksamkeit braucht als eine einfache Stichwahl, hatten sich schon bis gestern eine ganze Reihe von Bürgern für die Briefwahl entschieden. Beispielsweise 1600 in Herzogenaurach, 1276 in Höchstadt, 178 in Lonnerstadt, 131 in Mühlhausen, 98 in Vestenbergsgreuth und 93 in Gremsdorf.